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	<title>Zentralamerika | Pinchekai</title>
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	<title>Zentralamerika | Pinchekai</title>
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		<title>Geschichte und Politik Zentralamerikas: zwischen Diktaturen und amerikanischer Einflussnahme &#8211; der Kampf um die Identität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Echelmeyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Sep 2023 21:33:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>
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<p>Wie bereits in meinem Artikel über unsere Highlights in Zentralamerika angekündigt, möchte ich mich in diesem Artikel ausschließlich mit der Geschichte und Politik Zentralamerikas beschäftigen.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Mir ist bewusst, dass jedes Land in Zentralamerika eine eigene, erzählenswerte Geschichte hat und es viel mehr interessantes gibt, als ich in diesem Artikel für euch zusammengesammelt habe, und als ich in den jeweiligen Ländern war, habe ich mich auch noch mehr im Detail damit auseinandergesetzt.<br>Doch zum Einen glaube ich, dass es ein bisschen zu viel wäre, wenn ich von jedem dieser Länder einen einzelnen Abriss schreiben würde (ganz ehrlich, das würde doch keiner von euch alles lesen) und zum Anderen gibt es viele Parallelen und Gemeinsamkeiten in den Geschichten und heutigen Realitäten dieser Länder. Denn indigene Völker kannten ebenso wenig die heutigen Grenzen wie die Spanier*innen diese respektierten.<br>Genau diese Parallelen und Gemeinsamkeiten raus zustellen, das hat mir in der Zeit in Zentralamerika Spaß gemacht und vor allem auch geholfen, das viele Gelernte besser einzuordnen und zu behalten. Der Unabhängigkeitstag 15. September 1821 hat sich zum Beispiel eingebrannt, weil ihn sich die meisten zentralamerikanischen Ländern teilen.<br>Doch was meine ich eigentlich mit Zentralamerika? Guatemala, Belize, Honduras, El Salvador, Nicaragua, Costa Rica und Panama. Ich möchte hier in diesem Fall Mexiko zumindest für die Geschichte miteinbeziehen, wenn auch in der Regel nur der Süden Mexikos zu Zentralamerika gezählt wird, da das Land und seine Geschichte eng mit den restlichen Ländern verwoben ist.<br>Die Karibik lasse ich hier bewusst außen vor, nicht weil ich sie nicht als Teil Zentralamerikas sehe, sondern weil ich nur auf einem Bruchteil der Karibik-Inseln war und die Geschichte der Dom Rep und Kubas schon einzeln beleuchtet habe. Und auch Panama und Belize werden nur am Rande auftauchen, da Panama lange Zeit zu Kolumbien gehörte und Belize überhaupt erst seit 40 Jahren ein eigenständiges Land ist, dazu später mehr.<br>Der Artikel stellt die leider vielfältigen Probleme in lateinamerikanischer Politik heraus, die auch heute noch vorherrschen, das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das allesamt spannende Länder, in denen man sich mit etwas Vorsicht sicher bewegen kann. Die Menschen in Zentralamerika, die ich getroffen habe, waren unfassbar freundlich, lebensfroh, hilfsbereit und wunderbar.<br>Wenn ich oben von Parallelen schreibe, dann möchte ich diese zuerst in der (Kolonial-)Geschichte herausarbeiten und dann in der Politik seit der Unabhängigkeit.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:heading -->
<h2><strong>(Kolonial-)Geschichte</strong></h2>
<!-- /divi:heading -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Wenn man in Geschichtsmuseen in Zentralamerika geht, dann bekommt man oft den Eindruck, dass die Geschichte Zentralamerikas mit der Kolonialisation beginnt, denn genau das ist das erste was in den Museen häufig (es gibt Ausnahmen) erwähnt wird. Die vielen Jahrtausende zuvor werden genauso verschwiegen wie die Gräueltaten der Spanier*innen und das viele Leid, das die Indigenen und eingeschleppte Sklaven aus Afrika aushalten mussten. Offensichtlich beginnt die Geschichte von Menschen, Zivilisationen und Städten in Zentralamerika schon viel eher und heute wissen wir, dass vieles was die Spanier*innen über die Indigenen erzählten, nicht der Wahrheit entsprach. Zum Beispiel wurden die indigenen Völker als viel barbarischer und weniger zivilisiert dargestellt, als sie es eigentlich waren, um damit die Unterdrückung und Ausbeutung zu rechtfertigen.<br>Ein gutes Beispiel für die hochzivilisierten Völker Zentralamerikas sind zweifelsohne die Maya, von denen heute noch ca. 6 Millionen in Südmexiko, Belize, Guatemala, El Salvador und Honduras leben. Sie bauten beeindruckende Tempel, entwickelten eine eigene komplexe Sprache und einen extrem genauen Kalender. In der Mathematik waren sie genauso begabt wie in Kunsthandwerk und Landwirtschaft. Wer weiß ob wir ohne die Maya heute Maisanbau oder Schokolade hätten? Und wer weiß wie weit wir heute in der Wissenschaft wären, wenn nicht vieles von dem beeindruckenden Wissen der Maya verloren gegangen wäre. Daran hatten die Spanier*innen übrigens zwar Anteil, aber die großen Hochkulturen und Städte der Maya gingen schon unter bevor die Spanier*innen jeden Steine und jede Arbeitskraft in Amerika für sich beanspruchten.<br>Es bleibt ein noch nicht komplett entziffertes Rätsel warum die Maya-Reiche untergingen, doch es verfestigt sich immer mehr eine Vermutung: der Raubbau an der Natur wurde den Maya zum Verhängnis. Für ihre immer größer werdenden Städte brauchten sie viele Rohstoffe. Starke Dürreperioden und andere Umweltereignisse führten dann zu Hungerkrisen und dem Sturz der Maya-Herrscher. Weil diese aber ihr Wissen nicht mit dem Volk geteilt hatten, um sich ihre Position als allwissende Gottheiten zu bewahren, ging viel davon verloren.<br>Doch vor, neben und nach den Maya gab und gibt es noch viele weitere indigene Völker, die aufzuzählen und näher zu betrachten, mit Sicherheit den Rahme sprengen würde, unter ihnen zum Beispiel die Olmeken, Tolteken, Azteken, Nahua und Kariben. Außerdem entstanden über die Jahrtausende einige Mischvölker, von denen heute vielleicht die Garifuna die bekanntesten sind, die aus den Kariben und westafrikanischen Sklaven entstanden und heute vor allem die Karibikküste von Zentralamerika bewohnen. Die ersten Siedler*innen erreichten Zentralamerika vor mindestens 10.000 Jahren. Vermutet wird, dass diese über Nordamerika einwanderten.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Und auch wenn die zentralamerikanischen Völker teilweise untereinander immer wieder im Krieg waren, steht dies doch in keinem Verhältnis zu dem Leid, das die Spanier*innen brachten, und das all diese Völker traf, wenn auch unterschiedlich stark.<br>Bei Ankunft der Spanier*innen waren manche von ihnen in großen Zivilisationen organisiert und andere wie z.B. in Nicaragua eher durch viele eigenständige Stämme (mit einem Caciquen als Oberhaupt) charakterisiert. Sie alle hatten gemeinsam, dass sie die Ankunft der Spanier*innen und die daraus resultierenden Folgen nicht einschätzen konnten. Manche verhielten sich den Neuankömmlingen gegenüber direkt feindselig, andere freundeten sich mit diesen an, um dann später hintergangen und unterdrückt zu werden.<br>Wie schon in den Artikeln zur Dom Rep und Kuba ausgeführt, wurden die Völker zu großen Teilen ermordet, versklavt oder ausgebeutet. Viele fielen eingeschleppten Krankheiten zum Opfer und Spanien versuchte erbarmungslos, möglichst viel an Rohstoffen, Gold, etc. aus den Kolonien auszupressen.<br>In wenigen Jahrzehnten eroberten die Spanier Zentralamerika sowohl von Panama im Süden als auch von Mexiko im Norden aus. Das Vizekönigreich Neuspanien wird gegründet und bis auf Panama gehören die Gebiete aller heutigen zentralamerikanischen Staaten zu Neuspanien, während Panama zum Vize-Königreich Peru gehört (und später lange zu Kolumbien), weswegen wir Panama hier etwas ausklammern.<br>Das Vizekönigreich Neuspanien wurde in 4 Verwaltungsbezirke (Real Audiencias) aufgeteilt: Santo Domingo (ab 1511), Mexiko (1527), Guatemala (1543) und Neu-Galicien (1548, auch Guadalajara genannt). Während Santo Domingo zu Beginn für alle eroberten Gebiete zuständig war, änderte sich das mit der Gründung der weiteren Real Audiencias, sodass schließlich Santo Domingo zuständig für die Karibik war. Das Verwaltungsgebiet Mexiko entspricht dem heutigen Zentral-Mexiko, Nord-Mexiko und mehrere heutige US-Bundesstaaten unterstanden Neu-Galicien. Dem Verwaltungsbezirk Guatemala unterstanden die heutigen Guatemala, Belize, Honduras, El Salvador, Nicaragua und Costa Rica, sowie der südmexikanische Staat Chiapas.<br>Die Verwaltungsbezirke sind deshalb wichtig, weil genau daraus zunächst die neuen Staaten entstanden:<br>Als erstes Land in Lateinamerika erlangte 1804 Haiti seine Unabhängigkeit. Ein entscheidender Einfluss auf die Unabhängigkeitskriege war die Französische Revolution 1789. Als von 1808 – 1814 Spanien aufgrund der Napoleonischen Kriege de facto von seinen Kolonien abgeschnitten war, weil alle Kräfte in Europa gebraucht wurden, bekamen die Unabhängigkeitsbewegungen den entscheidenden Schub.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>In Zentralamerika waren es die Real-Audiencia Mexiko und Neu-Galizien die als erste ihre Unabhängigkeit ausriefen als gemeinsamer Staat Mexiko. Als im September 1810 die spanische Verwaltung der Unabhängigkeitsbewegung um Miguel Hidalgo auf die Schliche kam, sah dieser sich genötigt, in der Nacht vom 15. auf den 16. September 1810 die Unabhängigkeit Mexikos auszurufen, im kleinen Örtchen Dolores in den Bergen. Bis heute feiern die Mexikaner*innen am 15. und 16. September mit dem Grito (Schrei) den Beginn ihrer Unabhängigkeit. Bis sie diese erlangten, sollten allerdings viele Jahre ins Land streichen. Mit Hidalgos Grito begann ein blutiger Unabhängigkeitskrieg, der neben Hidalgo auch die Anführer Ignacio Allende und Juan Aldama und Tausende Aufständische das Leben. Der Unabhängigkeitskrieg endete erst im August 1821.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Die hart erkämpfte und teuer (mit Geld und vor allem Menschenleben) erkaufte Unabhängigkeit Mexikos, war allerdings nicht nur für Mexiko erkämpft. Denn vom Erfolg Mexikos angetrieben, strebte auch die Real-Audiencia Guatemala 1821 seine Unabhängigkeit an, der die Spanier dieses Mal ohne Blutvergießen zustimmten. Am 15. September 1821 (gut zu merken, wegen des Gritos in Mexiko) verkündete die Zentralamerikanische Föderation ihre Unabhängigkeit. Dies ist also der Unabhängigkeitstag von Guatemala, El Salvador, Honduras, Costa Rica und Nicaragua.<br>Allein Belize blieb bis 1981! Kolonie von England, das erst 1798 in einer Schlacht die Spanier endgültig vertrieben hatten und das Land für sich beanspruchten. Belize wurde übrigens auch im September unabhängig, aber eben erst 1981.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Die Zentralamerikanische Föderation schloss sich nach der Unabhängikeit von Spanien dem neugegründeten Staat Mexiko von Agustin Iturbide an. Doch schnell wurden ihnen klar, dass die Nachteile dieses Zusammenschlusses überwiegten und schon 1823 nach dem Sturz von Iturbide trennte man sich wieder von Mexiko (auch dies ohne Blutvergießen). Nur Chiapas verblieb als neuer Bundesstaat bei Mexiko.<br>In der Zentralamerikanischen Föderation entstanden schnell zwei Lager, die sich auch in vielen anderen lateinamerikanischen Ländern bildeten: Liberale und Konservative. Während die Konservativen naturgemäß wenig am politischen System rütteln wollten, strebten die Liberalen umgehende Reformen wie die Trennung von Staat und Kirche und Gewaltenteilung.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>In den Folgejahren entwickelten sich im sehr föderal aufgebauten Staat innere Machtkämpfe und Bürgerkriege, sodass die Zentralamerikanische Föderation zwischen 1838 und 1841 zerfiel und sich die heutigen Staaten Nicaragua (1838), Honduras (1838), Costa Rica (1838), Guatemala (1839) und El Salvador (1841) gründeten. Bis heute teilen sie sich den Unabhängigkeitstag und die Farben Blau &amp; Weiß in ihren Flaggen. Nur Costa Rica ergänzte in seiner Flagge noch rot, sodass die Flaggen Zentralamerikas schwer auseinanderzuhalten sind. Heute organisieren sie sich übrigens wieder als Zentralamerikanische Integrationssystem (SICA) gemeinsam, wenn auch natürlich als unabhängige Staaten.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:heading -->
<h2><strong>Politik nach der Unabhängigkeit</strong></h2>
<!-- /divi:heading -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Die Lager, die schon in der Zentralamerikanischen Föderation entstanden, nämlich Liberale und Konservative, prägten auch die Politik nach der Unabhängigkeit. In den verschiedenen Ländern entwickelten sich unterschiedliche Parteien, doch ihre Ideen waren orientiert an den konservativen, bzw. liberalen Ideen und in vielen Ländern prägte diese Dualität bis tief ins 20. Jahrhundert das politische System, wie z.B. in Honduras oder Nicaragua. Die allermeisten politischen Konflikte in Zentralamerika nach 1821 lassen sich auf den Clinch zwischen Konservativen und Liberalen zurückführen.<br>Doch was war der Clinch genau? Im Endeffekt ging es um die Ausgestaltung der politischen Realität der neugegründeten Staaten und da konnten die Meinungen der beiden Lager kaum weiter auseinandergehen: Die Konservativen auf der einen Seite befürworteten es, die Macht in der Hand einiger weniger (Elite) zu belassen und dieser möglichst zentralisierten Elite den Zugriff auf alle Gewalten zuzugestehen. Die Privilegien von Kirche, Militär und Grundbesitzern sollten unangetastet bleiben und keine andere Religion neben Katholizismus zugelassen sein.<br>Die Liberalen setzten sich dagegen für eine klare Gewaltenteilung und die Trennung von Staat und Kirche ein. Religionsfreiheit gehörte für sie ebenso zum Programm wie freie Meinungsäußerung, Zivilehe und kostenlose, staatliche Bildung. Sie wollten außerdem die Föderalisierung vorantreiben.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Interessanterweise etablierten sich viele liberale Ideen im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts, während Konservative deutlich mehr regierten. Doch wie kommt das?<br>Das zeigt in meinen Augen zum Einen, dass viele liberale Ideen von der Bevölkerung getragen wurden und sich die konservativen Regierungen diesen beugen mussten, um an der Macht zu bleiben. Doch warum wurden dann nicht Liberale gewählt, von denen diese Ideen kamen? Die Hintergründe dafür gehen deutlich weiter und haben vor allem mit der Nähe der Konservativen zur mächtigen Elite zu tun. So kam den Konservativen der Einfluss der Elite zu Gute, um an der Macht zu bleiben. Finanzierte Wahlkampagnen, Stimmenkauf bis hin zu Fake-Wahlen waren in quasi allen Ländern Zentralamerikas Gang und Gäbe. Und wenn das nicht reichte, konnten auch mal Gewalt oder Diktatur der letzte Ausweg sein. Politisch motivierte Morde fanden meistens gegen liberale Politiker statt.<br>Und häufig mischten sich auch die USA ein, die bei liberalen Regierungen schnell Angst hatten, dass diese in den Sozialismus „abrutschen“ würden. Wie bspw. 1954 in Guatemala wo sie nach 10 Jahren der demokratischen und liberalen Reformen halfen, den Präsidenten Arbenz zu stürzen und Diktator Carlos Castillo Armas installierten.<br>Während die Konservativen vor allem Beziehungen zur kommerziellen Elite, Grundbesitzer*innen und anderen Reichen pflegten, waren die Liberalen von der Idee eher nah an den „normalen“ Bürger*innen. Doch das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die liberalen Teil der Elite waren und ihre Macht auch häufig dazu nutzten, ihre Besitze zu vermehren. Korruption war schon damals eins der zentralen Probleme in der Politik und das ist es auch heute noch.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:heading -->
<h2><strong>Manifestierung der Ungleichheit</strong></h2>
<!-- /divi:heading -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Die bestehenden Besitzverhältnisse aus der Kolonialzeit wurde also in der Regel von der politischen Elite verteidigt.<br>So befanden sich zum Beispiel in El Salvador um das Jahr 1900 90 % der Güter des Landes in den Händen von 0,01 % der Bevölkerung. Der Großteil der Bauern war landlos und lebte in äußerster Armut. In Nicaragua nutzte insbesondere die Sogamozo-Familie während ihrer langen Familien-Diktatur mehrere Katastrophen, um ihre Besitztümer zu vermehren – ein verbreitetes Muster in Zentralamerika. So organisierten sie den Wiederaufbau nach einem Erdbeben 1931 und einem Großbrand in Managua 1936 so, dass sie ihren Grundbesitz beträchtlich vermehren konnten. Nach einem weiteren starken Erdbeben 1972 sackten sie einen Großteil der Hilfsgelder ein und verkauften sogar geschenkte Hilfsgüter, um ihr Vermögen zu vergrößern. Noch heute sind Teile der Innenstadt und die Kathedrale nicht wieder aufgebaut, wozu ein Teil der Hilfsgelder bestimmt war.<br>Hinzu kommt, dass es zahlreiche Versuche gab, Maßnahmen zu verhindern, die die Ungleichheit reduzieren sollten. Als in El Salvador 1983 durch Artikel 105 das Landeigentum auf 245 ha beschränkt wurde, versuchten Teile der Großgrundbesitzer die Reform durch Todesschwadronen zu verhindern. Prominentestes Opfer war der Erzbischof Óscar Romero.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Es dauerte lange bis „normale“ Bürger*innen eine politisch erfolgreiche Laufbahn möglich war. Und was passieren konnte, wenn sie es versuchten, zeigt das Beispiel von Jorge Gaitan in Kolumbien, aber dazu bald mehr im Rahmen der Geschichte und Politik Kolumbiens. Noch heute haben Reiche in den zentralamerikanischen Ländern deutlich bessere Chancen ein hohes Amt zu belegen.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Überhaupt dauerte es bis lange nach der Unabhängigkeit bis es in Zentralamerika zum ersten Mal demokratische Wahlen gab: in Guatemala z.B. 1944.<br>Das 19. und auch 20. Jahrhundert waren geprägt von Oligarchien (Herrschaft von Wenigen), Diktaturen und Militärputschen. Regierungswechsel waren Gang und Gäbe. Den Vogel schießt eindeutig Honduras ab: von 1821 bis 1876 wechselten sich 85 Regierungen ab, in den ersten 150 Jahren des Staates Honduras gab es 125 Militärputsche. Bis heute haftet insbesondere Honduras das Image als „Bananenrepublik“ an, dabei lief es in den meisten Nachbarländern nicht viel besser, nur waren die Regierungswechsel nicht ganz so häufig.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:heading -->
<h2><strong>Diktatoren (häufig konservativ aber auch liberal)</strong></h2>
<!-- /divi:heading -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Diktaturen waren also neben Oligarchien die gängige Regierungsform in den instabilen Ländern Lateinamerikas. An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Instabilität keineswegs ein Ausdruck von Unfähigkeit der Zentralamerikaner war. Vielmehr lässt sich das unmittelbar auf die lange Herrschaft Spaniens zurückführen, die auf dem Kontinent eine Verwüstung gerade auch in politischer Hinsicht hinterließ. Über Jahrhunderte wurden die Menschen Zentralamerikas unterdrückt – ohne jegliche Möglichkeit der Selbstbestimmung. Und die Menschen, die schließlich die Unabhängigkeit erkämpften waren in der Regel ja gar keine Indigenen, denen das Land vor Ankunft der Spanier gehörte, sondern Nachkommen der Spanier oder hatten gemischte Vorfahren. Diese Situation machte es besonders schwer, eine gemeinsame nationale Identität zu entwickeln und bis heute drehen sich viele politische Kämpfe genau darum.<br>Die Vielzahl der Diktatoren macht es unmöglich bzw. langweilig, hier alle aufzuzählen, doch einige wenige seien hier kurz erwähnt.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Der Konservative José Rafael Carrera y Turcios beispielsweise wurde in Guatemala kurz nach der Abspaltung von der Zentralamerikanischen Föderation populär, weil er sich erfolgreich gegen Konföderierte wehrte. 1944 wurde er im Alter von 30 Jahren Präsident von Guatemala und nutzte seine Popularität und engen Kontakte zum Militär, um seine Macht auszubauen. 1954 erklärte er sich selbst zum Präsident auf Lebenszeit in Guatemala und prägte damit wesentlich das Verständnis konservativer Machthaber in Zentralamerika. Generell lässt sich festhalten, dass die Eliten der zentralamerikanischen Ländern auch nach der Spaltung in Kontakt blieben und sich die verschiedenen politischen Prozesse stark gegenseitig beeinflussten. Die meisten politischen Konflikte der letzten beiden Jahrhunderte in Zentralamerika waren innerhalb der Staaten und kaum zwischen ihnen.<br>1865 gab Carrera das Präsidentenamt an Vicente Cerna ab, 6 Jahre später folgte ein Militärputsch durch Liberale und Justo Rufino Barrios kam an die Macht. Er trieb viele Reformen voran wie Presse- und Religionsfreiheit und die Verstaatlichung von Kirchenbesitz. Außerdem bekam Guatemala eine Verfassung. Doch eben auch die Liberalen hatten viele diktatorische Züge. Barrios träumte von der Wiedervereinigung der Zentralamerikanischen Föderation und nachdem Verhandlungen nicht vorangingen, erklärte er kurzum die Föderation für wiederhergestellt und sich selber zum Oberbefehlshaber. Weniger später starb er in kriegerischen Auseinandersetzungen mit El Salvador, die die selbst-erklärte Föderation nicht anerkannten.<br>Mit Jorge Ubico gab es in Guatemala einen weiteren liberalen Diktator. Ubico kam 1931 durch vermutlich gefälschte Wahlen an die Macht und entwickelte sich schnell zum Diktator, der Intellektuelle, Journalisten und Schriftsteller verfolgte, die seine Regierung kritisierten.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>In El Salvador ist insbesondere der Diktator Maximiliano Hernandez Martinez hervorzuheben, der als Verteidigungsminister 1930 einen Militärputsch nutzte, um an die Macht zu kommen. Hier zeigt sich wieder die enorme Macht, die das Militär und seine Verbündeten insbesondere im 19. Jahrhundert und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatten.<br>Auch in Costa Rica, das insgesamt eher ein positives Beispiel für eine stabile Demokratie in Zentralamerika ist, gab es einige gewaltvolle Phasen. Von 1917 bis 1919 gab es eine Militärdiktatur unter Federico Alberto Tinoco Granados, die von den USA nicht anerkannt, aber von der mächtigen United Fruit Company unterstützt wurde. Die enorme Macht der United Fruit Company und anderer Unternehmen wie Chiquita und ihre enorme Einflussnahme auf die Politik sind bei Zeiten einen eigenen Blogartikel wert.<br>Weitere „namhafte“ Diktatoren waren: <strong>Anastasio Somoza Debayle </strong><strong>und </strong><strong>d</strong><strong>er heutige Diktator Daniel Ortega</strong> in Nicaragua. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tiburcio_Car%C3%ADas_Andino">T</a>iburcio Carías Andino und Juan Manuel Gálvez in Honduras, die sich als Handlanger der United Fruit Company betätigten. Manuel Noriega, der Panama nach dem mysteriösen Tod Omar Torrijos 1981 mit der Hilfe des Militärs regierte.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:heading -->
<h2><strong>Bürgerkriege</strong></h2>
<!-- /divi:heading -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>In den letzten zwei Jahrhunderten gab es in Zentralamerika viele Bürgerkriege, die meisten entstanden aus dem Konflikt zwischen Liberalen und Konservativen, der hier nun schon mehrmals Thema war. Die Differenzen waren seit Beginn der Unabhängigkeit so groß, dass die unterlegene Partei häufig kein anderes Mittel sah, als zu den Waffen zu greifen, und andersrum die Regierungen oft zu den Waffen griffen und das Militär miteinbezogen, um die Gegenseite und die Bevölkerung unter Kontrolle zu halten. Auch bei den Bürgerkriegen sehe ich von einer vollständigen Übersicht ab und gebe nur einige Beispiele, die Motive und Verhaltensweisen der verschiedenen Parteien gut darstellen.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>In Nicaragua begann bereits 1856 ein erster Bürgerkrieg, bei dem die Liberalen den amerikanischen Abenteurer William Walker zu Hilfe riefen, der mit einer kleinen Privatarmee intervenierte und den Liberalen einen Vorteil verschaffte, doch zu einem hohen Preis: Walker strebte nicht nur die Macht in Nicaragua sondern in ganz Zentralamerika an. Nur die vereinten Kräfte der zentralamerikanischen Staaten konnte Walker stoppen, der später noch zwei weitere Eroberungsversuche unternahm und 1860 in Honduras hingerichtet wurde.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>In Costa Rica gab es 1948 nach gewaltvollen Wahlen und Wahlbetrug einen sechswöchigen Bürgerkrieg mit etwa 2000 Toten. 1949 gab es einen Friedensvertrag und kurze Zeit später schaffte Costa Rica sein Militär ab.<br>In Guatemala begann 1960 ein blutiger Bürgerkrieg, der bis 1996 andauerte. Nach dem der liberale Präsident Jacobo Árbenz Guzmán 1954 von konservativen Kräften gewaltvoll gestürzt worden war, folgte eine konservative Militärdiktatur nach der nächsten, die alle liberalen Reformen (wie z.B. die teilweise Enteignung der United Fruit Company) rückgängig machten. Die unterdrückten Liberalen sahen 1960 keine andere Möglichkeit, als in den bewaffneten Widerstand zu gehen, der insbesondere von den indigenen Regionen des Landes ausging. Das Militär reagierte mit aller Härte und bombardierte einige Male seine eigene Bevölkerung. Es wurden paramilitärische Gruppen gegründet und insbesondere unter General Efraín Ríos Montt entwickelte sich die Bekämpfung der Aufständischen zum Genozid gegen insbesondere Indigene. Der Krieg kostete mindestens 200.000 Guatemalteken das Leben und machte über 1 Millionen zu Geflüchteten. Laut der Kommission für historische Aufklärung lassen sich für 93% der Toten Regierungstruppen und verbündete Paramilitärs verantwortlich machen, während den Guerilla-Bewegungen 3% zugeordnet werden.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Auch in El Salvador führten die starken Repressionen durch eine konservative Militärdiktatur 1980 zu einem Bürgerkrieg, der bis 1991 andauerte. Die bewaffneten Guerilla-Truppen schlossen sich unter dem Namen FMLN zusammen und kämpften gegen Regierung und Paramilitärs. 1 – 2 Millionen verließen El Salvador, viele von ihnen Richtung USA.<br>Von den mind. 75.000 Todesopfern werden 85 % Militär und regierungsfreundlichen Todesschwadronen zugeschrieben und lediglich 5% lassen sich auf die FMLN-Guerillas zurückführen. Der Bürgerkrieg endete 1992 mit dem Friedensvertrag von Chapultepec und die FMLN wurde zu einer Partei formiert, die 2009 und 2014 zwei Mal die Präsidentschaftswahlen in El Salvador gewinnen konnte.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:heading -->
<h2><strong>Banden und Drogenmafia als Fortsetzung der Gewalt</strong></h2>
<!-- /divi:heading -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>In den letzten Jahren fand die Gewalt der ideologischen Auseinandersetzungen ihre Fortsetzung in der Ausbreitung von den Banden (in einigen Ländern Maras genannt) und Drogenmafia. Wie in Mexiko, wo die Drogenkriminalität in den letzten 50 Jahren zum Hauptproblem wurde, entwickelten sich auch in Zentralamerika viele verfeindete Banden, die mit viel Gewalt um die Macht auf dem Drogenmarkt, aber auch gegen die Regierungen um die Macht kämpfen.<br>Insbesondere in El Salvador eskalierte diese Situation, sodass ich in diesem Fall El Salvador als Beispiel anführen möchte.<br>Nach dem Bürgerkrieg und Friedensabkommen von 1992 waren viele der ehemaligen Guerillas und Paramilitärs arbeitslos und schnell fanden sie das Drogengeschäft als Nische, in der ihre „Fähigkeiten“ und Vorgehensweisen hilfreich waren. Zu diesem Zeitpunkt waren in El Salvador mind. 1 Millionen Waffen im Umlauf. Hinzu kamen viele rückgeführte Salvadorianer*innen, die in den USA „gescheitert“ waren und so in ihrem Herkunftsland keine Heimat mehr vorfanden. Eben diese Heimat gaben ihnen die Maras, sodass die grausam agierenden Banden schnell Zustrom fanden. Aus einigen Berichten vor Ort habe ich gehört, dass Aufnahmerituale in die Maras häufig darin bestanden, dass das neue Mitglied in einem Kreis stand und von den Anwesenden verprügelt wurde. In anderen Banden musste man mindestens eine Person ermorden, um zur Bande zu gehören.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>So eskalierte die Gewalt in El Salvador bis sie 2015 ihren (statistischen) Höhepunkt fand, als die Mordrate in El Salvador auf über 100 Morde pro 100.000 Einwohner*innen stieg. Zwar nahm sie in den folgenden Jahren wieder etwas ab, aber die Lage blieb außer Kontrolle. Einige Salvadorianer*innen haben mir von der Zeit erzählt: Millionen von ihnen mussten Schutzgelder an die jeweilige Mara zahlen (es gab verschiedene Banden, die verschiedene Teile des Landes kontrollierten). Schutzgeld bedeutete hier aber weniger, dass die Maras einen vor anderen schützten, sondern eher, dass sie einen nicht umbrachten. Ein Taxifahrer erzählte mir zB, dass er 10 Dollar pro Woche zahlen musste, was für ihn ein Haufen Geld ist. Andere erzählten, dass es ausreichen konnte in einer anderen Stadt angetroffen zu werden, damit einen die Bande vor Ort umbrachte, weil man nicht von dort stammte.<br>2019 wurde Nayib Bukele in El Salvador zum Präsidenten gewählt. Er hatte im Wahlkampf einen rigorosen Kampf gegen die Bandenkriminaliät angekündigt. Er hatte der Bevölkerung aber verschwiegen, dass er bereits Abkommen mit den Maras hatte, dass er sie in Ruhe ließe, wenn sie sich unauffälliger und weniger mörderisch verhielten. Solche Abkommen hatten schon andere Präsidenten vor ihm versucht und auch Bukeles Versuch reduzierte die Gewalt nur eine Zeit lang. Nach einem sehr blutigen Wochenende mit über 80 Toten im März 2022 vollzog Bukele eine 180°-Wende und sagte den Maras den Krieg an. Er ließ das Parlament den Ausnahmezustand verhängen, den er erst beenden will, wenn alle Mitglideder der Maras im Gefängnis sind. Die Bedingungen in den Gefängnissen verschärfte er und ließ Tausende Menschen, die mit den Maras auch nur in Verbindung gebracht wurden, einbuchten. So erzählte man mir zum Beispiel, dass es reichte ein falsches Tattoo zu haben, das Erkennungsmerkmal einer Bande sei, um ohne Prozess ins Gefängnis gesteckt zu werden. Menschenrechtsorganisationen kritisieren Bukeles Vorgehen und schätzen, dass mind. 3000 unschuldige Menschen in Haft sitzen. Und die Bedingungen sind herabwürdigend. Bukele versprach mehrfach, dass die Bandenmitglieder in ihrem Leben „das Tagewslicht nicht mehr sehen“ werden und die Bilder, die er aus den Gefängnissen bei Social Media postete, gingen um die Welt. Relativ gesehen sitzen in keinem Land so viele Menschen im Gefängnis wie in El Salvador: 1086 pro 100.000 Einwohner*innen.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Doch die Mordrate und Kriminalität gingen in El Salvador im letzten Jahr drastisch zurück! Die Schutzgelder durch die Banden fielen weg, Millionen Menschen fühlen sich wieder sicher und sehen, dass auch der Tourismus wieder Einzug in ihr Land hält. International wird das Vorgehen von Bukele stark diskutiert und es kommt zwangsläufig, die schwierige Frage auf, ob der Zweck die Mittel heiligt. Ich möchte mir hier keine persönliche Meinung erlauben, die Bevölkerung beantwortet die Frage allerdings ganz klar: Über 90% befürworten die Maßnahmen und untersützen Bukele. Seine Popularität ist so enorm, dass er sich immer stärker zum autoritären Herrscher entwickeln kann. Wie so viele zentralamerikanische Präsidenten vor ihm findet er Geschmack an der Macht und will versuchen, das Gesetz zu kippen, dass seine Wiederwahl im nächsten Jahr verhindert: In Zentralamerika ist traditionell die Wiederwahl von Präsidenten per Gesetz verboten, ein Umstand, den schon viele Machthaber nicht wahrhaben wollten. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich El Salvador in den nächsten Jahren entwickelt und wie die internationalen Reaktionen sind. Denn insbesondere die USA haben viele Interessen in El Salvador und haben sich historisch häufig in Zentralamerika eingemischt, wenn eine Entwicklung ihnen nicht gefiel. Die Entwicklungen des letzten Jahres dürften ihnen aber gefallen, da die Wirtschaft in El Salvador floriert (es gibt sehr viele US-amerikanische Unternehmen in El Salvador) und ein sichereres El Salvador ihnen evtl. ermöglicht mehr Salvadorianer abzuschieben.</p>
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<h2><strong>Einmischung der USA</strong></h2>
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<p>Nicht nur in El Salvador ist der Einfluss der USA enorm, sondern eigentlich überall in Zentralamerika gibt es viele US-amerikanische Firmen, wie z.B. Bergbauunternehmen, die sich in den letzten zwei Jahrhunderten seit der Unabhängigkeit stark breitgemacht haben, sodass in Honduras beispielsweise zu Teilen von einer kolonie-ähnlichen Abhängigkeit gesprochen wurde. Häufig wurden die nordamerikanischen Unternehmen durch großzügige Konzessionen angelockt und die US-Regierung sorgte dafür, dass die jeweiligen Machthaber von den Gewinnen der US-Konzerne profitierten oder aber anderweitige Unterstützung der USA bekamen.<br>So mischten sich die USA überall ein wo sie konnten und prägten den Verlauf der Geschichte in Zentralamerika entscheidend und zu ihren Gunsten mit.</p>
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<!-- divi:paragraph -->
<p>Dabei ließen sie sich keine Möglichkeit entgehen, auch militärisch in den Ländern einzugreifen, wenn dies international einigermaßen zu rechtfertigen war.<br>In Nicaragua retteten die US-Marines 1912 beispielsweise die konservative Regierung von Diaz vor den aufständischen Liberalen. Nur ein Jahr zuvor hatte Diaz Kredite in Millionenhöhe bei US-amerikanischen Banken aufgenommen und den USA zur Sicherheit die direkte Kontrolle über die Zoll-Einnahmen Nicaraguas gegeben. Die Marines blieben bis 1933 im Land und unterstützten die konservativen Regierungen gegen liberale Rebellen bis 1933 ein Friedensvertrag zwischen der Regierung und dem liberalen Anführer Augusto Cesar Sandino geschlossen wurde, der den Marines in den Jahren zuvor einige empfindliche Niederlagen verpasst hatte. Sandino und seine Leute legten die Waffen nieder, dafür verließen die USA Nicaragua (nicht ohne vorher die Nationalgarde auzubilden). Sandino und seine Generäle wurden kurze Zeit später hinterhältig ermordet und die Somoza-Familie (enge Vertraute) konnten ihre Familien-Diktatur errichten.<br>Erst 1979 wurde die Somoza-Herrschaft beendet und die liberale Bewegung „Frente Sandinista de Liberación Nacional“ (FSLN) kam an die Macht, die eine neue Verfassung schuf und deren sozialistisches Programm zunächst gut bei der Bevölkerung ankam. Doch das Eingreifen der USA ließ nicht lange warten, die spätestens seit der Truman-Doktrin im Kalten Krieg versuchten, jede auch nur sozialistisch scheinende Regierung zu stürzen, um den Einfluss Russlands einzuschränken. Mit illegalen Waffenverkäufen an den Iran erwirtschafteten die USA Geld, das sie unter Hand den sogenannten Contras in Nicaragua zukommen ließen, die gegen die sozialistische Regierung kämpfte – die sogenannte Iran-Contras-Affäre, an die sich die älteren Leser*innen hier vielleicht noch erinnern. Und der Plan ging auf, die geschaffene Instabilität (auch bedingt durch ein US-Embargo) sorgte dafür, dass die FSLN die Präsidentschaftswahlen 1990 verloren. Im Nachgang zur Iran-Contras-Affäre wurden übrigens die USA vom Internationalen Gerichtshof zu einer Geldstrafe von 2,4 Milliarden Dollar verurteilt, die die USA bis heute nicht gezahlt haben.</p>
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<p>Ein weiteres prominentes Beispiel für die Einmischung der USA ist die Mission PBSUCCESS in Guatemala. Der Sturz des oben erwähnten guatemaltekischen Präsidenten Arbenz, dessen liberale Reformen unter anderem US-Unternehmen zum Nachteil wurde, wurde wesentlich von den USA mit eingefädelt. Dafür stationierten sie Soldat*innen sowohl in Honduras als auch in Nicaragua , die ihr Territorium bereitwillig zur Verfügung stellten und unterstützten von dort aus den Militärputsch des späteren Diktators Carlos Castillo Armas. Mehrere unkenntlich gemachte Flugzeuge, die 1954 Guatemala-Stadt bombardierten, wurden im Nachhinein zweifelsfrei als US-Flugzeuge identifiziert. Auch die United Fruit Company hatte bei dem Krieg gegen die liberalen Reformen wohl ihre Finger im Spiel, da sie von diesen eingeschränkt wurden, doch im Nachhinein veröffentlichte Dokumente der CIA lassen den Einfluss der UFC doch eher gering erscheinen. Doch dazu beizeiten mehr in einem Blogartikel über die UFC, Chiquita und Co.</p>
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<p>Ein letztes von vielen weiteren Beispielen für die militärischen Interventionen der USA in Zentralamerika und daraus resultierenden wirtschaftlichen Interessen ist der Panama-Kanal. Als die USA Anfang des 20. Jahrhunderts den von Frankreich brachliegenden Bau des Kanals weiterführen wollten, stimmte Kolumbien, zu dem Panama damals gehörte, dem nicht zu. Die USA schickten kurzerhand ihr Militär nach Panama und unterstützten Panama in seiner Unabhängigkeit. Dabei sicherten sie sich gleich die gesamten Rechte und Gewinne am Kanal, die sie erst zum Jahr 2000! abgaben. Mehr dazu findest du in meinem <a href="https://pinchekai.com/?p=1584">Beitrag über Panama</a>.</p>
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<!-- divi:paragraph -->
<p>Kurzer Side Fact für die deutschen Leser*innen: 1878 gab es eine deutsche Militärintervention in Nicaragua nach einem Übergriff auf den deutschen Konsul in León, die sogenannte Eisenstuck<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Eisenstuck-Aff%C3%A4re">&#8211;</a>Affäre. Dabei ging es allerdings nicht um wirtschaftliche Interessen oder langfristigen Einfluss in Zentralamerika, sondern um eine Familienfehde.</p>
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<!-- divi:heading -->
<h2><strong>Konflikte zwischen den Ländern und Zusammenschluss gegen Walker</strong></h2>
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<p>Die meisten (kriegerischen) Konflikte seit dem friedlichen Zerfall der zentralamerikanischen Föderation waren innerhalb der jeweiligen Staaten, doch es gibt auch einzelne Beispiele für Kriege zwischen den Staaten – meistens ging es um die Auslegung der Grenzen und Interessen im Grenzgebiet.</p>
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<p>1863 schloss sich Guatemala in einem Grenzkonflikt mit Costa Rica zusammen, nachdem es im Krieg mit El Salvador eine empfindliche Niederlage erlitten hatte. El Salvador holte sich Unterstützung von Nicaragua und Honduras, doch konnte das Einmarschieren von guatemaltekischen Truppen in der Hauptstadt San Salvador nicht verhindern. Guatemala verstärkte seine damalige Vormachtstellung in Zentralamerika, doch hielt San Salvador nur für kurze Zeit.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Im Februar 1921 eskalierte ein Streit zwischen Costa Rica und Panama, in dem costa-ricanische Truppen den Ort Coto von Panama einnahmen, dessen Zugehörigkeit seit der Unabhängigkeit nicht geklärt war. Da Panama zu dem Zeitpunkt keine Armee besaß, wurden Polizist*innen eingesetzt, um die Invasoren zurückzudrängen. Nach einigen kleineren Kämpfen mit Todesopfern beendeten die USA den „Guerra de Coto“ genannten Krieg durch das Erscheinen des Schlachtschiffs USS Pennsylvania. Diese sogenannte Kanonenbootpolitik war vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts populär: durch das Auftreten von einem oder mehreren Kanonenbooten und damit einhergehenden Drohungen, demonstrierten überlegene Staaten wie die USA ihre Macht und in der Regel wurden Konflikte so beendet bevor die Kanonenboote tatsächlich zum Einsatz kamen. So beendete Deutschland übrigens auch die oben erwähnte „Eisenstruck-Affäre“. Costa Rica meldete in dem kurzen Coto-Krieg 31 tote Soldat*innen und ein ziviles Opfer, Panama meldete nur Verletzte.</p>
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<!-- divi:paragraph -->
<p>1969 kam es zum „100-Stunden-Krieg“ zwischen El Salvador und Honduras, dieses Mal kein Grenzkonflikt, sondern es ging um ca. 300.000 Kleinbauern, die aus El Salvador nach Honduras emigriert waren und der honduranischen Regierung mehr und mehr ein Dorn im Auge war. 1969 gab Honduras den Migranten 30 Tage Zeit zur Ausreise. El Salvador protestierte, vor allem auch weil das kleine Land deutlich dichter besiedelt ist als Honduras. Auf honduranischer Seite bildete sich die paramilitärische Terrorgruppe „Mancha Brava“, die vermehrt Jagd auf Salvadorianer machte. Nach einem WM-Qualifikationsspiel zwischen den beiden Ländern in Mexiko-Stadt kam es zu Ausschreitungen mit mehreren Todesopfern, in deren Folge der Krieg ausbrach, der auch „Fußballkrieg“ genannt wird. Die salvadorianischen Truppen drangen schnell weit nach Honduras vor. Doch die sich abzeichnende Niederlage von Honduras wurde durch die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) verhindert, die in den Krieg eingriffen und El Salvador als Aggressor ausgemacht hatten. Das salvadorianische Militär wurde zum Rückzug gezwungen ohne dass ihre wichigste Forderung, die Einstellung der Verfolgung von Salvadorianern, erfüllt worden wäre. In den folgenden Jahren kehrten Zehntausende Salvadorianer in ihr Heimatland zurück.</p>
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<h2><strong>Unterdrückung und Tötung von Indigenen</strong></h2>
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<p>Nicht nur hatten die indigenen in Zentralamerika es schwer, da sie in der Kolonialzeit von den Spaniern beinahe ausgerottet wurden und ihre Identität (Städte, Tempel, Kulturstätten) zu Teilen zerstört wurde, auch nach der Unabhängigkeit von Spanien wurden die indigenen, die in der klaren Unterzahl waren, als solche Minderheit immer wieder unterdrückt und bekämpft. Der Ablauf war häufig ähnlich, wenngleich natürlich nicht identisch: die Landbevölkerung und insbesondere Indigenen wurden in der Politik kaum berücksichtigt (noch heute ist die Politik in Zentralamerika extrem Stadt-fokussiert). Als die Zustände unerträglich wurden, begehrten die Indigenen auf und ihre Aufstände wurden niedergeschlagen. Der Aufstand wurde dann im Nachhinein von Regierung und Militär instrumentalisiert, um die weitere Verfolgung und Ermordung von Indigenen zu rechtfertigen.<br>1881 zum Beispiel zwang in Nicaragua eine Agrarreform zur Privatisierung viele Indigene in die Zwangsarbeit, sodass sie sich mit einem Aufstand von Matagalpa aus wehrten, der von der konservativen Regierung brutal niedergeschlagen wurde.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Unter dem oben erwähnten konservativen Diktator Maximiliano Hernandez Martinez gab es 1932 eine blutige Niederschlagung des Aufstandes der indigenen Pibil, was das Ende der indigenen Kulturen in El Salvador markierte! Die Pibil wurden durch das Militär ausgelöscht und es wurde berichtet, dass Menschen einzig und allein wegen Sprache oder Kleidung umgebracht wurden.<br>In Honduras war der Kampf gegen die Indigenen nicht so offen, doch insbesondere dem Bataillon 316 wurden während der konservativen Diktatur schwere Menschenrechtsverletzungen, Folter und Ermordung gegenüber Hunderten Honduranern vorgeworfen. Das Bataillon wurde unter anderem von der CIA ausgebildet.<br>Doch nicht nur konservative Kräfte unterdrückten die Indigenen. Die Sandinisten, die 1979 durch die Revolution in Nicaragua an die Macht kamen, etablierten Folter, Verschwindenlassen und Massenhinrichtungen an Miskito-Indigenen. Außerdem wurde ein allgemeines Zwangsarbeitssystem für die indigene Bevölkerung in Kraft gesetzt.</p>
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<!-- divi:heading -->
<h2><strong>Heutige Situation</strong></h2>
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<!-- divi:paragraph -->
<p>Zum Abschluss möchte ich noch kurz einen Überblick über die aktuelle politische Lage in Zentralamerika geben.<br>Nicht nur El Salvador driftet unter Nayib Bukele immer weiter Richtung Autokratie/Diktatur ab, sondern auch in Guatemala lässt sich in den letzten Wahlperioden eine solche Entwicklung hin zu rechtem Autoritarismus beobachten. Spannend wird zu sehen sein, wie sich Guatemala unter dem neuen, linken Präsidenten Bernardo Arévalo entwickelt. Arévalo hatte sich überraschend im August in der Stichwahl durchgesetzt, er ist der Sohn des bekannten Ex-Präsidenten Juan José Arévalo, der 1945 der erste demokratisch gewählte und liberale Präsident Guatemalas war. Gleichzeitig wurde von der Justiz vor kurzem seine Partei „Semilla“ suspendiert. Wenn dies bis zum Amtsantritt im Januar so bleibt, hat Arévalo keine Fraktion hinter sich. Hinter der Suspendierung wird die derzeit regierende, konservative, politische Elite vermutet, die als „Pakt der Korruption“ bekannt ist und einen Großteil der Justiz infiltriert hat.<br>Gleichzeitig zeigt sich in Guatemala stark die Tendenz in Zentralamerika, dass das ursprüngliche Zwei-Parteien-System mit Konservativen und Liberalen passé ist. In Guatemala gibt es aktuell 18 Parteien im Parlament.</p>
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<p>Honduras ist Stand 2023 so stark von Banden und ihrer Gewalt geprägt, dass das Ausmaß teilweise als kriegsähnlich beschrieben wird. Insbesondere deswegen gehört Honduras zu den Haupt-Herkunftsländern von Migranten in den USA, da viele verhindern wollen, dass ihre Söhne rekrutiert oder ihre Töchter sexuell missbraucht werden. Laut den Vereinten Nationen leben von den etwa 9,7 Millionen Einwohnern 400.000 als Binnenvertriebene im eigenen Land.<br>Nicaragua befindet sich seit einigen Jahren in einer Diktatur durch Daniel Ortega, der 1985 – 1990 schon einmal Präsident für die Revolutionspartei FSLN war. 2006 wurde er wieder zum Präsidenten gewählt und entwickelte das Land in den letzten Jahren zu genau der Regierungsform, gegen die er bei der Revolution noch gekämpft hatte. 2011 hätte er laut Verfassung nicht wiedergewählt werden dürfen, doch eine umstrittene Gerichtsentscheidung ließ seine erneute Kandidatur zu. 2014 ließ er dann das Verbot der Wiederwahl abschaffen und die folgenden Wahlen wurden mit großer Wahrscheinlichkeit gefälscht. Presse- und Meinungsfreiheit sind in Nicaragua stark eingeschränkt und 2018 wurden landesweite Proteste mit scharfer Munition niedergeschlagen. Da Ortega in den vergangenen Jahren gesundheitlich stark angeschlagen ist, übernimmt seine Ehefrau und Vizepräsidentin Rosario Murillo immer mehr die Regierungsgeschäfte.</p>
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<p>Doch es gibt auch ein positives Beispiel der Stabilität in Zentralamerika: Costa Rica. Nach einzelnen gewaltvollen Episoden entwickelte sich das Land in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Erfolgsgeschichte. Präsident José Figueres Ferrer ließ 1949 die Armee per Verfassung abschaffen. Grenzschutzaufgaben übernimmt seitdem die Polizei und die USA und andere amerikanische Staaten gaben durch den Interamerikanischen Vertrag über gegenseitigen Beistand (TIAR-Pakt) militärische Sicherheitsgarantien.<br>1983 verkündete Costa Rica dann die dauernde, aktive und unbewaffnete Neutralität des Landes. Daher wird Costa Rica auch die Schweiz Lateinamerikas genannt. Die Ausgaben, die seit 1949 für das Militär gespart wurden, investierte das Land insbesondere in Bildung und das Gesundheitswesen, weswegen das Land insbesondere auf diesen Gebieten einen hohen Standard entwickelt hat. Durch die politische Stabilität hat sich Costa Rica außerdem zu einem stark besuchten Land entwickelt und durch den Tourismus einen Wohlstand erreicht, von dem die anderen Länder Zentralamerikas träumen.</p>
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		<title>Oh wie schön ist Panama – Paradiesische Strände, Regenwald und ein  gigantischer, problematischer Kanal</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Echelmeyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Jul 2023 20:40:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>
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<p>Panama war für mich vor allem ein Durchreiseland, denn Marieke reiste aus Costa Rica zurück und schon zwei Wochen später war ich mit meiner Schwester in Kolumbien verabredet. Doch genau die Reisen waren es, die Panama so spannend machten. In diesem Beitrag schreibe ich daher einiges über den Panama-Kanal und wie ich im Segelboot durch den Kanal trampte.</p>
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<p>Im nächsten Blogbeitrag schreibe ich dann über den Darién-Gap und wie ich mit dem Boot in 4 Tagen von Panama nach Kolumbien reiste, um nicht zu fliegen. Denn zwischen Panama und Kolumbien gibt es ein so unüberwindbares Gebirge mit Regenwald, dass es keine Straße über die Grenze gibt!<br>Wenn du dich für den Darién-Gap interessierst, findest du hier den <a href="https://pinchekai.com/?p=1527">Blogbeitrag</a>.</p>
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<h2>Zwei Paradiesische Orte in Panama</h2>
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<p>Bevor ich zum Panama-Kanal komme, zunächst noch ein Bericht über zwei schöne Orte, die ich in Panama besuchte.</p>
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<p>Von Costa Rica kam ich im Nordwesten über die Grenze nach Panama. Daher bot sich ein Besuch auf den Inseln von Bocas del Toro an.<br>Bocas del Toro ist der Name einer Region Panamas und ihrer Hauptstadt auf der Insel Colón. Doch Reisende nutzen den Namen meist synonym für die Inseln der Region.<br>Kurzer Exkurs: eine Insel heißt übersetzt Kolumbus, eine andere Christoph. Ich finde es erschreckend und befremdlich, dass es viele Orte in Zentralamerika gibt, die noch nach Kolumbus benannt sind, nach dem Leid, dass er und die Spanier brachten. Ein klares Zeichen, dass die Geschichte noch lange nicht aufgearbeitet ist.. Zum Beispiel heißt die Währung von Costa Rica auch Colón und es gibt eine Bus-Linie aus Guatemala, die sich Cristobál Colón nennt.<br>Zum Glück gibt es noch viele andere Inseln in der Ecke und die schönsten trugen andere Namen.</p>
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<p>Ich kam an einem Donnerstag im Ort Bocas del Toro an, der für sein Nachtleben bekannt ist, und musste mich gleich entscheiden, ob ich beim legendären Filthy Friday teilnehmen möchte: Jeden Freitag findet auf drei verschiedenen Insel eine sehr populäre Party statt, die mit dem Sunday Funday in Nicaragua als beste Party Zentralamerikas (unter Touris) gefeiert wird. Die Party beginnt um 11 Uhr und man wird zu verschiedenen Locations kutschiert. Letztlich hielt mich vor allem der Preis von 45 Dollar (Getränke nicht enthalten, nur Shots) davon ab. Spannend gefunden hätte ich es schon, aber vermutlich hätte ich den Altersdurchschnitt klar gehoben 😀<br>Gleichzeitig lernte ich eine Gruppe von vier super coolen Spanier*innen kennen, mit denen ich eine Bootstour machte und dann abends so Feiern ging. Die Bootstour war super cool und wir verstanden uns bestens. Highlight war die atemberaubend schöne Insel „Zapatillos“, auf der nur die 12 Personen aus unserem Boot waren! Auf den Bootsfahrten spielte ich Gitarre, außerdem gingen wir Schnorcheln. Da das Essen super teuer war und ich keine Vorbereitungszeit hatte, teilten Ines, Monika, Azier und Pablo ihr Mittagessen mit mir. Die 4 waren echt super lieb und wir verbrachten auch am nächsten Tag noch einige Zeit zusammen!</p>
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<p>Am zweiten vollen Tag erkundete ich die Insel Colón und machte eine wunderschöne Wanderung zum Seestern-Strand. Alle Strände auf dem Weg dorthin waren leer und paradiesisch. Nur der Seestern-Strand selber war voller Touristen, die in Booten hierher kutschiert werden. Aber dafür konnte ich echt große Seesterne sehen 🙂<br>Abends traf ich noch Alessandro aus der Schweiz, den ich in Costa Rica kennengelernt habe und nach einem zweiten langen Abend in Bocas del Toro fuhr ich am nächsten Tag weiter zum Lost &amp; Found Hostel. Das Hostel wurde vor einigen Jahren von zwei Kanadiern gestartet und liegt mitten im Regenwald auf 1250 Meter Höhe. Da ich viel Gutes über das Hostel gehört hatte und ich abgelegene Hostels wegen der familiären Atmosphäre mag, schaute ich für zwei Nächte hier vorbei und hatte eine sehr gute Zeit. Mitten im Dschungel gelegen, aber gleichzeitig in den Bergen, bietet das Hostel wirklich fantastische Ausblicke und tolle Wandermöglichkeiten. Abends essen alle Gäste gemeinsam zu Abend.<br>Am ersten Tag chillte ich im Hostel und machte eine kurze Wanderung im Regenwald und am zweiten Tag machte ich mit 4 anderen Reisenden einen Ausflug: erst zu einem wunderschönen 40m hohen Wasserfall und dann zu einem kleinen natürlichen Canyon zum Abkühlen. Am Wasserfall waren wir die Einzigen und am Canyon waren ca. 10 andere Menschen, sodass wir diese beiden wundervollen Orte sehr genießen konnten!</p>
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<!-- divi:paragraph -->
<p>Vom Lost &amp; Found trampte ich abends bis in die Stadt David, wo ich Alessandro ein letztes Mal traf und dann mit dem Nachtbus nach Panama-City fuhr.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:heading -->
<h2>Der Panama-Kanal und seine schwierige Geschichte</h2>
<!-- /divi:heading -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Kurz nach der Ankunft der Spanier in Costa Rica und Panama, entdeckte der Offizier Vasco Nunez de Balboa den Pazifischen Ozean, den er damals „Südmeer“ nannte. So steht es in vielen Texten, ist aber natürlich Bullshit. Vor ihm hatten schon Tausende Ureinwohner*innen den Pazifik gesehen, doch sie waren halt nicht weiße Europäer*innen. Tatsächlich konnte Balboa nur durch Beschreibungen von Einheimischen zum Pazifik reisen.<br>Wie dem auch sei, schon kurze Zeit später entstand zum ersten Mal die Idee eines Kanals durch Zentralamerika. Favorisiert wurde damals aber tatsächlich eher ein Durchbruch in Nicaragua, da man dort über den Rio San Juan bis in den Cocibolca-See kommen kann und dann nur noch ca. 20km bis zum Pazifik überbrückt werden müssten.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Es sollte allerdings fast 400 Jahre dauern bis die Idee eines Kanals durch Zentralamerika in Panama Realität wurde. Dass es nicht in Nicaragua passierte lag zum damaligen Zeitpunkt vor allem an Grenzkonflikten mit Costa Rica, da der Fluss San Juan beide Länder von einander trennt. Und natürlich spielten die Interessen der USA eine große Rolle, die Panama Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts zur Unabhängigkeit verhalfen und dort ihren Einfluss klarer durchdrücken konnten.<br>Im Jahr 1881 begann eine französische Delegation mit dem Einverständnis Kolumbiens, zu dem Panama damals noch gehörte, die Bauten für einen Kanal. Nach dem wirtschaftlichen Erfolg des 1869 eröffneten Suez-Kanals gingen in Frankreich viele davon aus, dass es in Panama ähnlich möglich sei, einen schleusenfreien Kanal zu bauen. Doch nach vielen Diskussionen im Parlament und mehreren Investitions-Erweiterungen, mussten sie feststellen, dass es ohne Schleusen nicht ging. Zusammen mit Gustave Eiffel sollten daraufhin Schleusen gebaut werden. Doch 1889 stellten die Franzosen schließlich die Bauarbeiten nach Planungsmängeln, falscher geologischer Untersuchungen, schlechter Planung, Bestechung und zahlreichen Pannen ein. Nicht zuletzt trug auch ein Massensterben dazu bei. Mind. 22.000 Menschen starben zwischen 1881 und 1889 beim Bau an Malaria oder Gelbfieber, Krankheiten, die damals noch nicht bekannt und erforscht waren. Französische Ärzte empfahlen, dass man die Bettpfosten der Arbeiter in Wassereimer stellen sollte, doch diese Eimer wurden zu Brutstätten für die Malaria-Mücken, die die Verbreitung nur noch rasanter machten.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Für 3 Äpfel und 1 Ei kauften die USA Ende des 19. Jahrhunderts die bisherigen Fortschritte von der französischen Kanal-Gesellschaft ab. Als Kolumbien sich querstellte und den USA den Kanal nicht genehmigen wollte, marschierten die USA kurzerhand in heutigen Panama ein und erklärten dessen Unabhängigkeit (natürlich ist das etwas verkürzt dargestellt, aber so in etwa waren die Zusammenhänge). Im sogenannten Hay-Bunau-Varilla-Vertrag sicherten die USA sich die uneingeschränkte Kontrolle des gesamten Kanalgebiets von ca 84.000 Hektar, die sie erst 1999 vollständig an Panama abgaben. Im Gegenzug sicherten sie Panama die Unabhängigkeit zu.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>1914 beendeten die USA die Bauarbeiten am Kanal und als erstes Schiff durchquerte ein kleiner Frachter mit dem Namen „Cristobal“ (wie auch sonst) den Kanal. Am gleichen Tag (3. August) brach der erste Weltkrieg aus, sodass die Feierlichkeiten verschoben wurden.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1920" src="https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230713_062037-scaled.jpg" alt="" class="wp-image-1616" srcset="https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230713_062037-scaled.jpg 2560w, https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230713_062037-1280x960.jpg 1280w, https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230713_062037-980x735.jpg 980w, https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230713_062037-480x360.jpg 480w" sizes="auto, (min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 2560px, 100vw" /><figcaption>Sonnenaufgang im Gatun-See</figcaption></figure>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1920" src="https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230712_172928-scaled.jpg" alt="" class="wp-image-1611" srcset="https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230712_172928-scaled.jpg 2560w, https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230712_172928-1280x960.jpg 1280w, https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230712_172928-980x735.jpg 980w, https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230712_172928-480x360.jpg 480w" sizes="auto, (min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 2560px, 100vw" /></figure>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1920" height="2560" src="https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230712_185620-1-scaled.jpg" alt="" class="wp-image-1615" srcset="https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230712_185620-1-scaled.jpg 1920w, https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230712_185620-1-1280x1707.jpg 1280w, https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230712_185620-1-980x1307.jpg 980w, https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230712_185620-1-480x640.jpg 480w" sizes="auto, (min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 1920px, 100vw" /><figcaption>Im Päckchen</figcaption></figure>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1920" height="2560" src="https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230712_183215-scaled.jpg" alt="" class="wp-image-1612" srcset="https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230712_183215-scaled.jpg 1920w, https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230712_183215-1280x1707.jpg 1280w, https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230712_183215-980x1307.jpg 980w, https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230712_183215-480x640.jpg 480w" sizes="auto, (min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 1920px, 100vw" /></figure>
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<!-- divi:paragraph -->
<p>Schnell wurde der Kanal sehr frequentiert und hat sich zu einer der wichtigsten Wasserstraßen der Welt entwickelt, die für den Welthandel unabdingbar geworden ist. Das Fehlen der Alternativen zum Kanal macht sich auch in den exorbitanten Preisen zum Durchqueren bemerkbar (allein für ein Segelboot ca. 2000 Dollar), von denen über Jahrzehnte vor allem die USA profitierten. Heute ist der Kanal die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle von Panama und sorgt dafür, dass die Hauptstadt mit ihren vielen Bankentürmen nicht wie eine klassische, zentralamerikanische Hauptstadt aussieht.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:heading -->
<h2>Ab durch den Kanal</h2>
<!-- /divi:heading -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Um den Kanal zu durchqueren, muss man durch 3 Schleusen hoch in den Gatun-See, dann 82km fahren und danach wieder 3 Schleusen runter. Damit in beide Richtungen gleichzeitig Schiffe fahren können, gibt es jeweils ein Paar von Schleusen, außerdem wurden vor ein paar Jahren noch neuere Schleusen fertiggestellt, sodass es insgesamt 18 Schleusen gibt, von denen man aber wie gesagt nur 6 passiert.<br>Je nachdem zu welcher Tageszeit man den Kanal durchquert (das muss Tage vorher angemeldet werden), ankert und übernachtet man im Gatun-See und der*die Lots*in kommt am nächsten Morgen wieder an Bord. Bei Containerschiffen ist das etwas anders, die fahren in der Regel auch in der Nacht durch, zahlen dann aber auch entsprechend mehr für den Lotsen, der in der Nacht arbeitet. Denn Containerschiffe sind viel schneller als Segelboote durch den Kanal durch und bei ihnen geht es darum, möglichst schnell an einem Ort anzukommen, um Waren im Wert von enormen Summen auszuliefern.<br>Ein*e Lots*in ist übrigens Pflicht und einer der Gründe, warum es so teuer ist, den Kanal zu durchqueren. In der Schifffahrt bezeichnet Lots*in eine Person, die an Bord eines Schiffes kommt, um für eine schwierige Passage Hinweise zu geben, wie das Schiff manövrieren muss. Das kann die Einfahrt in einen großen Hafen sein oder eben auch ein Kanal.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Alles ziemlich spannend, fand ich, als ich nach Panama kam und ich wusste, dass ich versuchen will, mit einem Boot durch den Kanal zu fahren. Ich hatte zwar nicht viel Zeit, aber dafür viel Glück 🙂<br>Als ich in Panama-City ankam, stellte ich nur meine Sachen ab und fuhr in die Shelter Bay Marina, die im Gegensatz zu Panama-City an der Karibik-Seite des Kanals liegt. Der Hafen liegt recht abgelegen und war umständlich und nur per Anhalter zu erreichen (Taxi kam sowohl wegen des Preises als auch aus Umweltgründen nicht in Frage für mich).</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Als ich um 13 Uhr im Hafen ankam, brauchte ich nur eine Stunde, um ein Boot ausfindig zu machen, dass noch am gleichen Tag in den Kanal fahren wollte. Ich verstand mich gut mit dem Kapitän Henrik aus Südafrika, doch er sagte mir dann, dass er schon 5 Personen für den Kanal angemeldet hatte. Als ich aber länger am Steg mit seiner Crew sprach und mich gut mit ihnen unterhielt, überlegte er es sich zum Glück anders und es war auch im Nachhinein kein Problem, dass eine Person mehr an Bord war. Eine halbe Stunde später um 15 Uhr ging es schon los! Zusammen mit Steven, auch aus Südafrika, Louise aus England, Laura aus Frankreich und Max aus Deutschland machten wir uns auf den Weg durch den Kanal. Max und Laura sind auch mit Segelbooten über den Atlantik getrampt und wir haben einige gemeinsame Freunde. So verstanden wir uns super und hatte eine gute Zeit.<br>Die Fahrt durch den Kanal dauerte länger als ich dachte, denn die reine Fahrtzeit beträgt so ca. 8 Stunden. Wir mussten aber erst noch bestimmt 2 Stunden vor der Schleuse auf den Lotsen warten, sodass schon die Dunkelheit anbrach als wir durch die Schleusen fuhren. Die Schleusen sind definitv das spannendste am Kanal. Wir fuhren gemeinsam mit einem großen Containerschiff, einer Motoryacht und einem Segelboot durch die Schleusen. Das Containerschiff vor uns, damit es nicht von hinten auf uns draufgedrückt werden kann. Wir fuhren mit dem anderen Segelboot im Päckchen durch, d.h. dass wir uns aneinander banden. So mussten wir als das rechte von beiden Booten nur zwei Leinen von Steuerbord annehmen und das andere Boot nur von Backbord. Die Leinen werden an unserem Boot und am Rand der Schleuse angebracht, damit wir bei der starken Strömung, die durch das zuströmende Wasser entsteht, nicht gegen die Wände gedrückt werden. Bei den Containerschiffen werden diese Leinen nicht von Menschen gehändelt sondern mit großen Maschinen, die auf Schienen nebenherfahren.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:gallery {"columns":5,"linkTo":"none"} -->
<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-5 is-cropped"><!-- divi:image {"id":1542,"sizeSlug":"large","linkDestination":"none"} -->
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1920" src="https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230713_150024-scaled.jpg" alt="" class="wp-image-1542" srcset="https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230713_150024-scaled.jpg 2560w, https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230713_150024-1280x960.jpg 1280w, https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230713_150024-980x735.jpg 980w, https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/08/20230713_150024-480x360.jpg 480w" sizes="auto, (min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 2560px, 100vw" /></figure>
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<p>Als wir die drei Schleusen passiert hatten und ca. 30m höher waren, fuhren wir zu einer Boje, an der wir uns über die Nacht festmachten und der Lotse ging von Bord. Am nächsten Morgen sollten wir um 6:30 Uhr bereit sein und standen früh auf, wir mussten aber bis 9 Uhr warten bis der Lotse kam und dann noch die 82km durch den Kanal fahren. Also kamen wir erst gegen Nachmittag bei den Schleusen an, die uns dann runter in den Pazifik beförderten. Hier wurde uns von einer Tribüne von vielen Touristen zugeschaut und da die Strömungen beim Runterschleusen anders sind, war dieses Mal ein großes Containerschiff hinter uns, statt vor uns. Unser Ausblick über die Schleusen war phänomenal.<br>Insgesamt war die Fahrt durch den Kanal ein absolut spannendes Erlebnis und für mich als Segler wirklich ein Highlight! Schon beeindruckend, was Ingenieur*innen schon Anfang des 20. Jahrhunderts bauen konnten. Doch ein Beigeschmack beim Kanal bzgl. seiner Historie bleibt und ich finde es wichtig, das zu wissen.</p>
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<p></p>
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		<title>Highlights in Zentralamerika &#8211; 10 Wochen zwischen Korallen und Vulkanen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Echelmeyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Jul 2023 04:22:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>
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<p>Die Zeit fliegt, nichts Neues, weder für euch noch für mich, doch irgendwie überrascht es einen dann doch jedes Mal..<br>10 Wochen ist es her, dass Marieke und ich uns in Playa del Carmen im Süden Mexikos trafen und nun endet unsere gemeinsame Zeit in Liberia, Costa Rica. Eine sehr schöne und intensive Zeit in 6 verschiedenen Ländern und ein weiterer Abschnitt meiner Reise endet. Ich bin nun seit fast 9 Monaten on the road!<br>Ich möchte in diesem Blogbeitrag unsere Highlights aus Zentralamerika und einige spannende Geschichten und Begegnungen mit euch teilen. Dieses Mal ganz ohne Politik- oder Geschichts-Exkurs. Darüber schreibe ich einen eigenen Beitrag, denn die Geschichte und jüngeren politischen Entwicklungen in Zentralamerika sind absolut spannend und ich habe viel darüber gelernt. Kleiner Spoiler zum baldigen Blogbeitrag: die USA haben sich in jedem zentralamerikanischen Land mehr eingemischt als sie sollten (meine Meinung) und der Weg von Kolonien zu stabilen Demokratien war steinig und dauert bei einigen Ländern auch noch an. Doch dazu bald ausführlich.<br>Ich habe überlegt, dass ich die Zeit in Zentralamerika nicht chronologisch erzählen möchte, da es einfach wahnsinnig viele Orte waren und ich nicht das Gefühl habe, dass ihr davon beim Lesen viel habt. Wenn ihr Reisetipps braucht, meldet euch wie immer besser persönlich bei mir.<br>Stattdessen haben Marieke und ich uns am Ende unserer Zeit hingesetzt und imaginäre Preise für Länder und Orte verteilt, wie z.B. den schönsten Wasserfall, der spektakulärste Vulkan und die größte Überraschung.<br>Ich möchte hier dennoch kurz unsere Route beschreiben, ohne groß auf die Orte einzugehen, um zu skizzieren wo wir so waren und weil vlt einige von euch schon an den Orten waren und sich freuen, sich zurückzuerinnern. Falls dich die genaue Route nicht interessiert, überspringe einfach diesen Absatz und lies ab der nächsten Überschrift weiter.<br>Vom Touri-Hotspot Playa del Carmen, wo wir uns nur wegen der Nähe zum Flughafen trafen, fuhren wir schnell weiter nach Valladolid, einer meiner Lieblingsstädte in Mexiko. Danach folgten Besuche auf den Inseln Holbox und Cozumel (für den Tauchschein). Über die Ruinen von Tulum und die Lagune der 7 Blautöne, Bacalar, ging es weiter in das kleinste Land: Belize. Nach Schnorcheln/Tauchen auf der Karibikinsel Caye Caulker und Maya-Ruinen in San Ignacio, fuhren wir weiter nach Guatemala und besuchten im Norden die Maya-Ruine Tikal und die See-Stadt Flores. Über die natürlichen Pools von Semuc Champey ging es noch ein letztes Mal nach Rio Dulce/Livingston, bevor wir den Westen von Guatemala erkundeten: die Hauptstadt, den Vulkansee Atitlán, den Surf-Hostpot El Paredón und zu guter Letzt die wunderschöne Stadt Antigua, von der aus wir auf den Vulkan Acatenango kletterten. Aus Zeitgründen skippten wir Honduras, doch besuchten in El Salvador von Santa Ana aus den gleichnamigen Vulkan und die Wasserfälle von Jacua.<br>In Nicaragua waren unsere ersten zwei Basen die Städte Leon und Granada, umgeben von spektakulären Vulkanen. Außerdem besuchten wir Ometepe, die Insel mit zwei Vulkanen, und den Surf-Ort Popoyo. Zum Abschluss mieteten wir uns ein Auto in Costa Rica und besuchten die Region um Manuel Antonio und den Monteverde Nationalpark.</p>
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<h2>Die Preiskategorien</h2>
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<p>Folgende Kategorien haben wir überlegt und dann die Preise vergeben:<br>Bestes Essen, tollste Strände, beeindruckendste Fauna, größte Überraschung, Allround-Highlight, schönste Flora, fantastischste Unterwasserwelt, freundlichste Menschen, tollste Wasserfälle, spektakulärster Vulkan, schönste Unterkunft, wunderbarste Sonnenuntergänge, beste Atmosphäre, schönste Insel, bester Transport, beeindruckendste Ausgrabungsstätte, schönste Stadt.<br>Noch eine Anmerkung: Natürlich sind das alles unsere persönlichen Eindrücke und wir haben auch nicht jede Ecke von all diesen Ländern gesehen. Wenn ihr dorthin kommt, bekommt ihr vlt andere Eindrücke, aber das ist ja beim Reisen eh normal. Beginnen wir mit der Preisverleihung:</p>
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<h2>Bestes Essen: Mexiko</h2>
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<p>Das beste Essen gibt es ohne Zweifel in <strong>Mexiko </strong>– und das mit Abstand! An jeder Ecke gibt es Streetfood und auch gute vegetarische Gerichte waren einfach zu finden. An Tacos, Quesadillas und Co kommt in Lateinamerika bisher nichts ran und auch im weltweiten Vergleich muss sich Mexikos vielfältige Küche nicht verstecken. Unser Favourite auf der Halbinsel Yucatán, die auch innerhalb Mexikos für ihr spektakuläres Essen bekannt ist, waren Panuchos. Dafür wird eine frische Tortilla mit Bohnenmus gefüllt, frittiert und dann mit Bohnenmus, Fleisch und Salat belegt. Statt dem Fleisch bestellten wir meistens Käse und wir konnten wirklich nicht genug davon bekommen!<br>Ein anderes kulinarisches Highlight waren noch die Pupusas in El Salvador – ein etwas dickerer Maisteig, der mit allem möglichen gefüllt wird und dann gebraten wird wie eine Tortilla. Meine Favourties waren mit Bohnenmus und Käse oder mit Jalapenos. In den anderen mittelamerikanischen Ländern, war es mitunter schwieriger, ein vegetarisches Gericht neben Reis mit Bohnen zu finden und wir kochten noch mehr selbst.</p>
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<h2>Tollste Strände: Mexiko &amp; Costa Rica</h2>
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<p>Ein geteilter Preis, weil wir uns nicht zwischen Costa Rica und Mexiko entscheiden konnten. In Mexiko begeisterten uns am meisten die Strände auf der Insel Holbox, doch auch Tulum hat zum Beispiel schöne Strände. Einzig und allein das viele Seegras, das angespült wird, verhindert Mexikos alleinigen Sieg. Denn Costa Rica hat dieses Problem nicht, vor allem nicht an der Pazifikküste (am Pazifik hat Mexiko auch kein Seegras und die Strände von Oaxaca finde ich persönlich noch schöner, aber da waren wir dieses Mal nicht). Insbesondere die Strände bei Uvita und Esterillos Oeste in Costa Rica gefielen uns besonders gut! Also Costa Rica lohnt sich auf jeden Fall, doch habt im Kopf, dass Costa Rica wahnsinnig teuer ist.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:heading -->
<h2>Beeindruckendste Fauna: Costa Rica</h2>
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<p>Wenn wir einen einzigen Orten raussuchen müssten, dann wäre es der Nationalpark um die Maya-Ruine Tikal in Guatemala. Dort sahen wir verschiedene Affenarten, Waschbären &amp; verschiedenste Vögel und man kann dort auch Krokodile entdecken.<br>Doch als Land gewinnt diese Kategorie ganz klar Costa Rica. Unsere Entdeckungen waren: 4 Affenarten, 2 Faultier-Arten, Krokodile, Schlangen, eine Tarantel, Aguti (Nagetiere), Frösche, Stab-Insekten, Kolibris und einige andere Vögel. Auch wenn die Nationalparks sich besonders gut eignen, um Tiere zu beobachten, haben wir die meisten außerhalb gefunden, weil wir durch Tipps nach ihnen gesucht haben, z.B. gibt es ein Colibri-Café in der Nähe vom Nationalpark Monteverde, wo man zig Kolibris beobachten kann während man Kaffee trinkt.</p>
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<h2>Größte Überraschung: El Salvador</h2>
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<p>El Salvador stand nicht von Anfang an auf unserer Liste, vielmehr wollten wir schauen ob Zeit dafür bleibt oder nicht. Doch nach einigen Berichten von anderen Reisenden war klar, dass wir zumindest einen Zwischenstopp dort machen wollten. Und das Land hat uns wirklich absolut überzeugt! Die Natur war absolut beeindruckend. Vor allem der Vulkan Santa Ana und die sieben Wasserfälle von Jacua sind spektakulär. Von den super leckeren Pupusas habe ich bereits geschrieben. Vor allem aber waren die Menschen unfassbar nett! Mehr dazu unten.<br>Die Politik des aktuellen Präsidenten Nayib Bukele lässt sich absolut zu Recht kritisieren (werde ich auch im nächsten Eintrag), da er sehr autoritär regiert und Zehntausende vermutliche Bandenmitglieder ohne Prozess eingesperrt hat. Doch die Bevölkerung hat er dabei auf seiner Seite, denn sie fühlen sich Jahren des Terrors durch die Banden wieder sicher und müssen keine Schutzgelder mehr zahlen. Außerdem freuen sie sich über mehr und mehr Besucher*innen. In näherer Zukunft ist wohl ein guter Zeitpunkt, um El Salvador zu besuchen, da das Land noch nicht touristisiert und überlaufen ist, das ist wohl auch nur eine Frage der Zeit.</p>
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<!-- divi:heading -->
<h2>Freundlichste Menschen: El Salvador</h2>
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<!-- divi:paragraph -->
<p>Insgesamt hatten wir fast ausschließlich schöne Begegnungen mit den Menschen in Lateinamerika und haben sehr viele gastfreundliche, herzliche und wunderbare Menschen getroffen.<br>Doch wie gerade schon angesprochen kamen uns die Menschen in El Salvador besonders aufmerksam, zuvorkommend und freundlich vor. Ein großer Faktor ist dabei sicherlich die dunkle junge Vergangenheit des Landes, das 2015 noch die höchste Mordrate der Welt hatte. Man merkt den Menschen die Erleichterung über das Sinken der Mordraten förmlich an und dass sie alles tun wollen, damit die Besucher*innen eine gute Impression mitnehmen und gut über das Land reden. Egal wen wir um Hilfe baten, die Menschen waren absolut hilfsbereit und baten auch oft ungefragt Hilfe an. Nicht nur, dass kein Busfahrer einen höheren Preis wegen zB unserer Backpacks aufrief als für Locals. Als ich mal den Preis falsch verstand und ihm das Vierfache gab, wies er mich daraufhin, statt sich die 2 Dollar einzustecken. Ich denke ich habe mittlerweile ein ganz gutes Radar entwickelt, wann mich jemand abzieht, anlügt oÄ (ich habe gar kein Problem damit mehr zu bezahlen als Locals, sondern eher mit Unehrlichkeit), doch in El Salvador schlug das Radar gar nicht aus. Absolute Empfehlung, wenn ihr nach Zentralamerika kommt!</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:heading -->
<h2>Allround-Highlight: Guatemala</h2>
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<p>Wir beiden freuten uns schon vor der Reise vor allem auf die Vulkane und Landschaften von Guatemala und wir wurden absolut nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil: die Heimat des Quetzals (paradiesischer Vogel und die gleichnamige Währung) war eindeutig das Highlight in Zentralamerika! Guatemala bietet einfach alles: spektakuläre Vulkane, die teils sogar noch aktiv sind, natürliche Pools und Wasserfälle zum Springen, ein absolut beeindruckender Canyon, fantastische Seen, Surfstrände und indigene Maya-Kultur, die weit in den Alltag reicht. Insbesondere die Wanderung auf den Vulkan Acatenango, von dem wir den Vulkan Fuego ausbrechen sehen konnten war wohl das Highlight der Reise. In Guatemala hatten wir mit Mexiko auch die coolsten Unterkünfte (inkl. einem Segelboot von Freunden). Außerdem gefiel es mir vor allem bei den Pools, Wasserfällen und Höhlen bei Semuc Champey und am Lake Atitlán seehr gut! Die Stadt Flores auf einer kleinen Insel im See „Petén Itza„ war wohl eine der schönsten Städte der Reise.<br>Ihr merkt: Guatemala absolut nicht zu verpassen!!</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:heading -->
<h2>Schönste Flora: Santa Elena, Costa Rica</h2>
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<!-- divi:paragraph -->
<p>Dieser Preis geht ohne Zweifel an den Nebelwald bei Santa Elena und Monteverde in Costa Rica. Nebelwald bedeutet, dass der Wald auf 1500 – 1800 Meter Höhe fast durchgehend von Wolken eingehüllt ist. Die Pflanzen hier sind also mehr auf Luftfeuchtigkeit als Niederschlag eingestellt und es gibt unfassbar viele Pflanzen, die auf anderen Pflanzen/Bäumen wachsen: Sekundärbewuchs. Das hat zur Folge, dass wirklich alles grün ist. Neben vielen, vielen anderen Farben in Blüten und Blättern. Ein absolut faszinierendes und empfehlenswertes Erlebnis! Und auch wenn tagsüber die Tiere gut versteckt und schwer zu finden sind, konnte ich im Nebelwald eine Nachtwanderung mitmachen und mehrere Schlangen, eine Tarantel und verschiedene spannende Insekten beobachten.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:heading -->
<h2>Fantastischste Unterwasserwelt: Caye Caulker, Belize</h2>
<!-- /divi:heading -->

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<p></p>
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<!-- divi:paragraph -->
<p>Was Costa Rica für die Tiere an Land war, war Belize unter Wasser! Wir waren an einigen Orten schnorcheln, vor allem in Belize und Mexiko. Doch am fantastischsten war es sicher auf der Karibik-Insel Caye Caulker, die zu Belize gehört. Marieke und ich waren hier gemeinsam Schnorcheln und sahen bunte Korallen aller Art, unzählige Fische, Seepferdchen, Rochen, Atlantische Tarpune und Ammenhaie (und zwar Dutzende!). Doch während manche der Tiere bei der Schnorcheltour angefüttert wurden, war es bei meinen beiden Tauchgängen anders. Hier begegneten mir die Tiere zufällig. Klar sah ich nicht so viele Haie, doch dafür war es nochmal deutlich besonderer und ein kleiner Hai folgte uns über 20 Minuten, vermutlich aus Neugierde. Die besonderste Hai-Begegnung hatte ich aber in Cozumel, Mexiko. Dort sind die Haie schwer zu finden und als ich einen entdeckte und ihn meinem Tauchlehrer zeigte, war selbst er begeistert und auch für alle anderen Taucher*innen war das das Highlight ihrer Tauchgänge.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:heading -->
<h2>Tollste Wasserfälle: Juayúa, El Salvador</h2>
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<p>In der Nähe der Stadt Santa Ana machten wir eine Tour mit anderen Reisenden zu 7 verschiedenen Wasserfällen, dabei folgten wir dem Bach, den das Wasser formt und kletterten sogar mehrere Wasserfälle selber hoch. Zum Abschluss sprang ich von einem 5 Meter hohen Wasserfall runter und wir badeten in einem Becken am Fuße des Wasserfalls. Auch wenn der Wasserfall von Naucaya in Costa Rica als einzelner beeindruckender war, waren die vielen Wasserfälle in Jacua mit der Wanderung das tollere Erlebnis!</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:heading -->
<h2>Spektakulärster Vulkan: Acatenango/Fuego, Guatemala</h2>
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<!-- divi:paragraph -->
<p>Ein absolutes Highlight der ganzen Reise und sicherlich der spektakulärste Vulkan war der Fuego in Guatemala. In einer sehr anstrengenden Wanderung kletterten wir mit einer Gruppe von 28 Personen und 4 Guides zum Basecamp des Acatenango auf 3750m. Nachmittags dort angekommen konnten wir einen fantastischen Ausblick auf den Fuego genießen und sahen ihn über 10 Mal ausbrechen!<br>Im Basecamp bekamen wir Abendessen und sangen gemeinsam am Lagerfeuer (war auch ohne Gitarre super schön). Nach einer kurzen Nacht kletterten wir zu einem wundervollen Sonnenaufgang auf den Gipfel des Acatenango auf 3976m und genossen nochmal die Aussicht auf den Fuego bevor wir den Abstieg begonnen.<br>Auch wenn die Wanderung anstrengend war, brachte sie mich nicht so sehr an meine Grenzen wie ich dachte. Auch weil eine Extra-Wanderung in der Nacht wegen des Wetters ausfallen musste.<br>Doch das Erlebnis war einmalig und die anstrengende Wanderung schweißte unsere Gruppe zusammen, sodass wir noch mit einigen in Kontakt sind.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:heading -->
<h2>Schönste Unterkunft: Hotelito Perdido, Rio Dulce, Guatemala</h2>
<!-- /divi:heading -->

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<!-- divi:paragraph -->
<p>An Mariekes Geburtstag fuhren wir mit dem Boot durch den Rio Dulce und einen beeindruckenden Canyon in das Karibikdorf Livingston. Nachmittags fuhren wir dann wieder ein Stückchen in den Rio Dulce rein und übernachteten im Hotelito Perdido – im verlorenen Hotel, das direkt am Fluss mitten im Dschungel liegt. In Hängematten chillten wir am Fluss, gingen baden und genossen die Ruhe und Abgeschiedenheit. Zum Abendessen, das alle Gäste gemeinsam essen, gab es eine super leckere vegetarische Lasagne und danach ließen wir den Tag entspannt mit einem Buch ausklingen. Am liebsten wären wir noch länger geblieben.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:heading -->
<h2>Wundervollste Sonnenuntergänge: Popoyo, Nicaragua</h2>
<!-- /divi:heading -->

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<!-- divi:paragraph -->
<p>In Popoyo am Pazifik in Nicaragua verbrachten wir drei Tage und ich ging dort Surfen – ein verhängnisvolles Mal mit meinem Handy, aber das ist eine andere Geschichte…<br>An den drei Abenden in Popoyo sahen wir drei wundervolle Sonnenuntergänge. Einmal vom Strand, einmal von einer Bar auf einer Klippe und einmal vom spektakulären Felsen „Magnific Rock“. Jeden Abend waren die Farben anders und besonders! Von gelb über orange bis zu rot und violett war alles dabei. Ich glaube es fehlte eigentlich nur die Farbe Grün 😀</p>
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<!-- divi:heading -->
<h2>Beste Atmosphäre: Pepos Xul-Ha</h2>
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<!-- divi:paragraph -->
<p>Wir haben viele tolle Momente gehabt und viele wundervolle Menschen kennengelernt, sowohl Locals als auch viele andere Reisende! Die tollste Atmosphäre, da waren wir uns schnell einig (wie eigentlich bei allen Kategorien), hatten wir in der Unterkunft Pepos Xul-Ha in Mexiko. Südlich an die Lagune der 7 Blautöne – Bacalar – schließt sich die Lagune Xul-Ha an. Im gleichnamigen Dorf verbrachten wir ein Wochenende und hatten wundervolle Hosts. Die Unterkunft befindet sich direkt an der Lagune, doch es ist viel ruhiger als in Bacalar. Selbst idyllisch wäre noch eine Untertreibung. An diesem Ort kann selbst ich innere Ruhe finden.<br>Wir übernachteten in einer kleinen Strohhütte und hatten den direkten Blick auf die Lagune, wenn wir morgens aufstanden. Da Wochenende war, hatten die Hosts Sefa und Israel Besuch von der Familie. Wir setzten uns abends dazu und ich spielte Gitarre, Wir lachten wahnsinnig viel und hatten direkt ein paar neue mexikanische Freund*innen gefunden. Als sie am Sonntag wiederkamen, um den Tag an der Lagune zu verbringen, blieben wir viel länger als gedacht an der Unterkunft und sie baten uns eine kostenlose Übernachtung an. Die Gastfreundschaft kannte wirklich keine Grenzen und wir waren schon lange keine normalen Gäste mehr. So fühlten wir uns zumindest nicht mehr.<br>Als wir dankten ablehnten, weil wir schon eine Unterkunft in Chetumal gebucht hatten und am nächsten Tag weiter nach Belize wollten, brachten sie uns bis zu unserer Unterkunft und zeigten uns noch die Promenade von Chetumal, wo wir ein letztes Mal die super leckeren Marquesitas aßen.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:heading -->
<h2>Schönste Insel: Holbox, Mexiko</h2>
<!-- /divi:heading -->

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<!-- divi:paragraph -->
<p>Alle meine Freund*innen, die schon mal auf Holbox waren, schwärmen von dieser Insel und so wollte ich auch unbedingt mal dort hin! Und sie haben nicht übertrieben. Holbox ist wunderschön und hat einen tollen Vibe. Die Insel liegt nördlich von der Halbinsel Yucatán und der bewohnte Teil ist relativ klein, sodass man zB mit dem Rad alles gut erreichen kann! Autos gibt es auf der Insel keine, doch es fahren viele Golfkarts rum.<br>Die Strände sind wunderschön und man findet auch einige, an denen nicht viel los ist. Besonders schön fanden wir Punta Cocos, wo gar kein Seegras angespült wird, wie an vielen anderen. Ganz in der Nähe findet man dann noch ein besonderes Natur-Schauspiel: bioluminiszente Kleintierchen, die im Wasser leuchten. Sehen kann man diese nur in der Nacht und ohne Mondlicht, sodass wir um 4 Uhr aufstanden und mit einem faszinierenden Anblick belohnt wurden. Wir konnten sogar in dem leuchtenden Wasser schwimmen und hatten überall am Körper immer wieder kleine leuchtende Punkte. Wirklich ein besonderes Erlebnis.<br>Man kann auf Holbox auch Schweinswale und Krokodile sehen, aber wir wollten keine der überteuerten Touren machen. Auch weil Holbox uns schon so seehr gefallen hat.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:heading -->
<h2>Bester Transport: El Salvador</h2>
<!-- /divi:heading -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Das verbreitetste öffentliche Transportmittel in Zentralamerika ist der Bus, sodass wir uns hauptsächlich damit fortbewegten. Nur in Guatemala fuhren wir recht häufig in kleinen Shuttle-Bussen mit anderen Reisenden, da die Orte teilweise recht abgeschieden waren. Doch das gefiel uns beiden nicht besonders gut, lieber reisen wir günstig und mit den Locals.<br>Die bequemsten Busse hat sicher Mexiko und diese sind auch extrem gut ausgestattet. Häufig gibt es sogar WiFi. Allerdings sind die auch relativ teuer.<br>Daher gewinnt dieses Ranking El Salvador. Das Bus-System dort war sehr ausgebreitet, sodass man wirklich überall mit dem Bus hinkommt. Außerdem sind die Busse sehr verlässlich und fuhren tatsächlich zu den Zeiten los (circa), die uns gesagt wurden. Und auch die Preise waren die niedrigsten, die wir hatten. Eine Busfahrt von bis zu 2 Stunden kostete zwischen 50 und 80 Cent und die Fahrer verlangten auch niemals mehr von uns. Als ich einmal den Preis falsch verstanden hatte und mehr geben wollte, wies der Busfahrer das zurück und steckte sich das Geld nicht einfach ein.<br>Letztes Argument für die Busse in El Salvador ist das Erlebnis. Wie in vielen anderen zentralamerikanischen Ländern fahren hier auch viele Chicken Busses, ehemalige Schulbusse aus den USA und echte Oldtimer. Im Vergleich zu Guatemala fuhren die Fahrer aber deutlich entspannter und nicht so halsbrecherisch.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:heading -->
<h2>Beeindruckendste Ausgrabungsstätte: Tikal, Guatemala</h2>
<!-- /divi:heading -->

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<!-- divi:paragraph -->
<p>Tikal war nicht nur die beeindruckendste Ausgrabungsstätte während dieser Reise, sondern für mich die beste, die ich je besucht habe. Und das obwohl ich schon wirklich viele Ausgrabungsstätten besucht habe, inklusive der Sonnenpyramide von Teotihuacan, die Akropolis in Athen und dem Weltwunder der Moderne Chichén Itza.<br>Tikal war eine riesige Maya-Stadt, in der bis zu 50.000 Menschen gelebt haben – irre für die Zeit! Bei der geführten Tour, die 5 Stunden lang war, haben wir viel über die Maya gelernt und es war wieder beeindruckend, wie fortgeschritten sie in Mathematik, Astronomie und Co waren, wie genau sie zB astronomische Ereignisse voraussagen konnten. Wir wären in der Wissenschaft heute mit Sicherheit deutlich weiter! Doch die Herrscher-Elite bei den Mayas behielt ihr Wissen für sich, um ihren Gott-Status aufrechtzuerhalten und so ging mit dem Zusammenbruch der großen Maya-Reiche (noch vor der Ankunft der Spanier) auch das Wissen zu großen Teilen verloren. Und so haben die über 6 Millionen Maya, die noch heute in Guatemala, Mexiko und Co leben, nur noch einen Bruchteil von dem Wissen, doch die Bräuche sind noch sehr präsent.<br>Was Tikal außerdem ausmacht, ist, dass es mitten im Dschungel liegt. Nur ein geringer Teil der Stadt ist überhaupt ausgegraben und so läuft man an einigen „Hügeln“ vorbei, die in Wahrheit bewachsene Tempel sind. Auch wegen der Natur, durch die man läuft, ist Tikal so wunderschön. Tatsächlich ist der Ort daher nicht nur Weltkulturerbe der UNESCO, sondern auch Weltnaturerbe. Das sind sonst nur 38 andere Orte weltweit.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:heading -->
<h2>Schönste Stadt: Valladolid, Mexiko</h2>
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<p>Man kann an den Spaniern und der Kolonialisierung viel kritisieren, doch die Architektur der Spanier war wirklich schön, sodass die Kolonialstädte für mich meistens die schönsten Städte in zentralamerikanischen Ländern sind. Leider nutzten sie für viele Gebäude, insbesondere Kirchen, Steine aus indigenen Städten, die sie abrissen. Was mir außerdem nicht so gefällt ist, dass die Städte in der Regel komplett quadratisch aufgebaut sind, das nimmt ihnen das Spontane, Überraschende.<br>Doch das Stadtbild ist in der Regel wunderschön und vor allem sauber! Etwas das man über viele andere Orte in Zentralamerika leider nicht sagen kann, da viele Menschen keinerlei Gefühl für Umweltverschmutzung haben und ihren Plastikmüll literally dort fallenlassen, wo sie ihn nicht mehr brauchen…<br>Die Häuser sind zumindest im Zentrum von den kolonialen Städten, gepflegt und häufig in verschiedensten, satten Farben angestrichen. In einigen Städten gibt es sogar Farbkataloge, die vorschreiben, in welchen Farben ein Haus angestrichen werden kann. Auch bestimmt Architektur-Stile werden vorgeschrieben.<br>Zu diesen schönen Städten gehören für mich vor allem Granada &amp; Leon in Nicaragua und Antigua &amp; Flores in Guatemala. Doch am besten gefiel Marieke und mir die Stadt Valladolid in Mexiko. Ich war schon vorher dort und Fan der Stadt, die bunt und schön ist und viele Besonderheiten Mexikos vereint: unter anderem die Karsthöhlen Cenotes, indigene Kultur und gutes Essen!</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Wenn du bis hierher gelesen hast oder auch nur über die Bilder gescrollt hast: freut mich, dass du nun einen kleinen Eindruck von unserer Zeit in Zentralamerika bekommen hast. Es ist wirklich nur ein Bruchteil der Bilder, Geschichten, Erlebnisse und ich bin unendlich dankbar, dass ich das alles sehen, fühlen und schmecken durfte.<br>Ich kann jedes Land ohne Einschränkungen empfehlen. Bitte melde dich, wenn du Tipps möchtest 🙂</p>
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		<title>Besuche, Besuche, Besuche in Mexiko &#038; ein Herzensprojekt für Asylsuchende</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kai Echelmeyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jun 2023 04:54:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>
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<p>Wenn ihr über das Projekt „El Samaritano“ lesen wollt, das Asylsuchende auf dem Weg in die USA unterstützt, dann schaut weiter unten!<br>Mexiko ist für mich ein ganz besonderes Land und war deswegen auch ein besonderer Stopp dieser Reise. Mexiko ist für mich nach Hause kommen. Mexiko heißt, hunderte schöne Erinnerungen nochmal zu leben. Mexiko heißt, das beste Essen der Welt essen. Mexiko heißt, Freund*innen wiedertreffen, dich ich sehr lange nicht gesehen habe und die mir wirklich gefehlt haben. Mexiko heißt, dass ich mich so wohl fühle, wie es nur geht. Mexiko ist für mich eben Zuhause! Und das tat nach 5 Monaten auf Reisen richtig gut!</p>
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<h2><br>Mexikanische Gastfreundschaft: 4 Wochen ohne Hunger</h2>
<!-- /divi:heading -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>In Mexiko muss ich mich nicht an eine neue Währung gewöhnen. In Mexiko weiß ich, was ich wo kaufen kann und wie viel es kostet. Ich kenne die Wege, die Menschen, die Geschichte und Politik. So war Mexiko auf der einen Seite Entspannung: ich konnte in Cardonal meinen Rucksack auspacken und musste ihn zwei Wochen lang nicht einpacken.<br>Cardonal ist ein kleines Bergdorf im Bundesstaat Hidalgo. Dort habe ich vor 9 Jahren einen Freiwilligendienst machen dürfen und auch wenn ich an vielen anderen Orten in Mexiko Menschen kenne und auch an einigen gelebt habe, ist Cardonal mein Zuhause in Mexiko. Und es ist nebenbei noch ein wunderschöner Ort!<br>Cardonal liegt auf 2000 Meter Höhe in den Bergen. Wälder sucht man hier vergeblich, dafür findet man verschiedenste Kakteen und fantastische Ausblicke! Die Menschen sind bescheiden und gastfreundlich, es ist nicht so touristisch wie in anderen Teilen Mexikos, sondern eher ursprünglich. Es gibt sogar noch einige Menschen, die kein Spanisch sprechen, sondern die indigene Sprache Hñahñu.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

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<!-- divi:paragraph -->
<p>Einen touristischen Ort gibt es doch und was für einen: Tolantongo und La Gloria liegen auf den beiden Seiten eines Flusses. Doch das Wasser in diesem Fluss ist nicht eiskalt wie das eines normalen Bergflusses. Es ist warm wie in der Badewanne und kommt hier aus der Erde. Dass sich ein ca. 6m breiter Fluss aus warmem Wasser bildet, ist eigentlich schon spektakulär genug, doch es gibt noch mehrere spektakuläre Höhlen zu entdecken, wunderschöne natürliche Pools und bei La Gloria ein fantastisches Naturbad in einer Felsspalte! Hier in Zelten am Fluss oder Naturpool zu übernachten ist unbeschreiblich.<br>Doch, da ich schon häufig dort war und so viele Menschen wie möglich besuchen wollte in den 4 Wochen bis Marieke dazukam, war ich dieses Mal nicht in Tolantongo oder La Gloria. Und da kommen wir auch schon zum schönen und anstrengenden Teil in Mexiko: die Besuche.<br>Das letzte Mal war ich vor viereinhalb Jahren in Mexiko, vorher waren es maximal eineinhalb Jahre zwischen meinen Besuchen. Und so waren die 4 Wochen vollgepackt mit unzähligen Besuchen bei sooo vielen Menschen, die mir viel bedeuten. Es war wundervoll und herzerfüllend! Aber es war auch anstrengend.<br>Wenig Schlaf stand übermäßigem Essen gegenüber, denn Besuche in Mexiko sind immer mit Essen verbunden. Entweder wurde für mich gekocht oder ich wurde in irgendeinem Restaurant eingeladen. Und so gab es Tage an denen ich zwei Mal frühstückte, zwei Mal zu Mittag aß und natürlich auch zwei Mal zu Abend – 6 Mahlzeiten sind schon eine Herausforderung.<br>Aber ich bin ja nicht zum ersten Mal in Mexiko 😉 Ich war also vorbereitet und aß immer so viel, dass es nicht unhöflich war und ich meinen Appetit auf dieses unfassbar leckere Essen tilgte, aber nie so viel, dass ich gar nicht mehr konnte. Hunger hatte ich trotzdem in den 4 Wochen nicht 😀 Ein Ausdruck der mexikanischen Gastfreundlichkeit und auch ihrer Kultur: ein Nein wird nur widerwillig akzeptiert, denn die Menschen denken, dass sie irgendwas falsch gemacht haben, wenn man nichts isst. Und ich will ja auch nicht, dass sie sich schlecht fühlen 🙂</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:heading -->
<h2>Von Dorffesten, Fruchtwein und meinem ersten Tattoo</h2>
<!-- /divi:heading -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Ich möchte und werde euch hier nicht mit einer Liste von den Namen der 19 Familien bzw. über 80 Freund*innen, die ich besucht habe, nerven. Ich zeichne ein bisschen meine Route und die Stopps, die ich gemacht habe, und erzähle von ein paar besonderen Erlebnissen. Wenn ich die Zeit finde, werde ich hier auch nochmal über 2, 3 weitere Projekte berichten. Das erste stelle ich unten vor – ein Migrantenhaus, das Menschen versorgt, die durch Mexiko in die USA reisen. Eine beeindruckende Arbeit, die ich euch gerne etwas näherbringen möchte und die ihr auch unterstützen könnt, wenn ihr wollt! Doch zunächst noch zu meinen Besuchen: als ich aus Kuba nach Mexiko kam, besuchte ich zunächst meinen Freund Eduardo in Cuernavaca, ca 2 Stunden von Mexiko entfernt. Eduardo kenne ich aus meinem Auslandssemester in Mexiko und war damals auch noch mit ihm im Urlaub an der Küste. Eduardo hat wie ich Mathematik studiert, war aber schon damals etwas alternativer als seine Studienkolleg*innen unterwegs, die mittlerweile zu großen Teilen für Google, Oracle und Co arbeiten. Eduardo begeistert sich für Jonglage und Parcour und hat vor zwei Jahren eine neue Leidenschaft entdeckt, mit der er sich ein eigenes Business aufbauen möchte: er fermentiert verschiedene Fruchtweine und die sind echt mega lecker!<br>Nach 3 Tagen bei Eduardo und seiner Mutter, blieb ich für 2 Wochen über Ostern in Cardonal, meinem Lieblingsort in den mexikanischen Bergen. Neben unzähligen Besuchen spielte ich dort auch im Kreuzweg an Ostern mit, der in Mexiko teilweise sehr aufwändig geschauspielert wird. Ich konnte mit einigen bekannten Freunden ein Konzert spielen, mehrere Dorffeste besuchen und meinen Geburtstag nachfeiern. Dass bei der Feier über 40 Freund*innen zusammen kamen, bedeutet mir die Welt. Es war einfach unfassbar schön! Übernachtet habe ich bei meiner mexikanischen Familie: Obdulia und Martin sind für mich wie Eltern und Stephanie, Nicole und Christian wie Geschwister. Doch mit meinem besten Freund Ivan und seiner Familie verbrachte ich mind. genauso viel Zeit, ich habe wohl zwei mexikanische Familien (wenn nicht sogar viele mehr) 🙂 </p>
<!-- /divi:paragraph -->

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<p>Wie mein Freund Goyo neben den Solar-Boilern und dem Agaven-Dicksaft, die er seit Jahren herstellt, nun auch noch feinsten Schnaps brennt, ist einen eigenen Blogbeitrag wert, den ich bei Gelegenheit schreibe. Von Cardonal ging es nach einigen Tränen zum Abschied weiter nach Queretaro. Mit Cristobal, den ich bei seinem Freiwilligendienst in Deutschland kennengelernt habe (seit 7 Jahren gibt es nun endlich auch Reverse-Freiwillige, die aus Mexiko nach Deutschland kommen) besuchte ich noch in Peña de Bernal, wo wir den dritthöchsten Monolith der Welt bestaunen konnten! <br>Am nächsten Tag ging es schon weiter nach Guanajuato, wo ich vor 5 Jahren mein Auslandssemester startete und viele Freundschaften schloss. Auch, wenn viele der Freund*innen von der Uni weggezogen sind, kenne ich doch noch einige und hatte vor allem schöne Abende in den Bars. Für mich ist Guanajuato die schönste Stadt Mexikos. Sie ist bunt, chaotisch und hat unzählige Dachterrassen mit wunderbaren Ausblicken. Hier finden sich auch viele der Bars wieder, wobei ich leider feststellen musste, dass ca. die Hälfte von den guten Bars Covid zum Opfer gefallen ist. (ich spare mir hier mal einen Witz mit der mexikanischen Biermarke)</p>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/06/IMG-20230413-WA0027.jpg" alt="" class="wp-image-1361" srcset="https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/06/IMG-20230413-WA0027.jpg 1024w, https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/06/IMG-20230413-WA0027-980x735.jpg 980w, https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/06/IMG-20230413-WA0027-480x360.jpg 480w" sizes="auto, (min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /><figcaption>Pe<strong>ñ</strong>a de Bernal</figcaption></figure>
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<!-- divi:paragraph -->
<p>Das emotionalste Wiedersehen in Guanajuato war mit meiner Freundin Reyna, die extra aus Mexiko-Stadt für das Wochenende nach Guanajuato kam. Mit Reyna war ich im Auslandssemester sehr dicke und unser Wiedersehen war so schön, dass wir uns spontan entschieden uns ein gemeinsames Tattoo stechen zu lassen. Wenn ihr neugierig seid, was es wohl ist, müsst ihr euch leider gedulden bis wir uns Live sehen 😉</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:heading -->
<h2>Der größte Jahrmarkt Mexikos und meine mexikanische Oma</h2>
<!-- /divi:heading -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Auf dem Weg von Guanajuato nach Guadalajara, die zweitgrößte mexikanische Stadt, machte ich noch einen Zwischenstopp in Aguascalientes. Mein Freund Daniel nahm mich mit auf ein Konzert der Band Enjambre und zur größten Feria Mexikos. Eine Feria ist ein Jahrmarkt, der zur Heiligenfeier von Städten und Dörfern ausgerichtet wird. In den meisten Orten Mexikos ist das die größte Feier des Jahres vlt noch zusammen mit dem Nationalfeiertag am 15. September. Und die in Aguascalientes ist die größte des Landes und war wirklich beeindruckend! Es gibt hunderte Essensstände, Karuselle, Kunsthandwerk, Spiele und mehrere Bühnen in der ganzen Stadt.<br>In Guadalajara, wo ich direkt am nächsten Tag in meinem Besuchs-Wahn hinfuhr, besuchte ich vor allem Studienkolleg*innen aus Guanajuato. Eben jene, die mittlerweile bei Oracle oder Walmart oder anderen arbeiten. Wirklich jedes Wiedersehen war schön, doch die mit meinen Freundschaften aus Guanajuato besonders, weil ich sie zum ersten Mal wiedergesehen habe! In Guadalajara traf ich außerdem noch einen anderen Ex-Freiwilligen und eine Nonne, mit der ich bei meinem Freiwilligendienst in Cardonal zusammengelebt habe. Damals lebte ich mit zwei Priestern und vier Nonnen. Drei der Nonnen waren relativ jung und die vierte im Bunde, Madre Esther, war damals schon alt. Jetzt ist sie es noch mehr. Doch ihr großes Herz und ihren bewundernswerten Missionsgeist (in ihrem Falle absolut positiv und nicht so aufzwingend wie bei den ursprünglichen Missionaren) hat sie nicht verloren. So hat sie sich mehrfach bei mir beschwert, dass man sie im Alter von über 80 nicht alleine das Altenheim der Nonnen verlassen lässt, in dem sie mittlerweile unterkommt. Für mich ist Madre Esther wie eine Oma und sie hat sich auch genauso dolle gefreut wie meine Oma damals, wenn ich sie besucht habe &lt;3 </p>
<!-- /divi:paragraph -->

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<!-- divi:paragraph -->
<p>Nach der zweitgrößten Stadt kam dann zum Abschluss der Besuchsreise natürlich noch Mexiko-Stadt, wo ich bei Reyna für 3 Nächte unterkam und jeden Tag mehrere Freund*innen traf. So setzte ich mich extrem erschöpft, aber super glücklich in den 28-Stunden Bus nach Cancun, um Marieke zu treffen. Doch der Touri-Part im Süden Mexikos ist Teil des nächsten Blogeintrags, den ich mit unserem kurzen Besuch in Belize verbinden möchte 🙂</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:heading -->
<h2>Das Migrantenhaus „El Samaritano“ bei Tula, Mexiko</h2>
<!-- /divi:heading -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Mexiko ist seit Langem ein Transitland für Menschen auf dem Weg in die USA, denn auf dem Landweg ist es unmöglich, nicht durch Mexiko zu reisen. Und während die Zahlen der Asylanträge von Mexikaner*innen in den USA in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist, laut Segob-Bericht lag sie 2022 bei nur noch 3,5 Prozent, sind die aus Zentral- und Südamerika stark gestiegen. 22,7 Prozent der Anträge kamen aus Zentralamerika, 18,7 Prozent aus Venezuela und fast alle diese Menschen reisen durch Mexiko. Es gibt zwar auch Shuttles, die Asylsuchende von Guatemala bis an die US-Mexiko-Grenze bringen, doch die ca. 1000 Dollar dafür kann kaum jemand aufbringen. In Guatemala habe ich mit jemandem gesprochen, der jahrelang diese Shuttle-Fahrten durch Mexiko machte. Wer sich die leisten kann, ist recht sicher, denn in den 1000 $ sind Schutzgelder an verschiedene mexikanische Kartelle wie die Zetas eingerechnet. Da die meisten sich dies aber nicht leisten können, müssen sie andere Wege finden, um die mindestens 2000km durch Mexiko zurückzulegen. Viele nutzen dafür die Güterzüge, die durch Mexiko fahren. Unter Mexikaner*innen und Asylsuchenden wird der Zug nur „La Bestia“ genannt, weil es so gefährlich ist, auf ihn aufzuspringen und an anderer Stelle wieder abzuspringen. Erst vor Kurzem fiel in der Nähe von Tula ein Mann aus Venezuela vom Zug und ihm mussten beide Beine amputiert werden – ein schreckliches Schicksal, das nur eines von vielen ist.<br>Hinzukommt, dass Asylsuchende in Mexiko sowohl von Banden als auch teilweise von der Polizei häufig wie Abschaum behandelt werden. All das nachdem sie schon vor Mexiko Wochen oder Monate unterwegs waren. Viele Menschen aus Venezuela überqueren zudem den extrem gefährlichen Dschungel des Darién-Gap zwischen Panama und Kolumbien, wo ihnen auch häufig Banden auflauern.<br>Um die Menschen in Mexiko zu unterstützen gibt es viele sogenannte Migrantenhäuser, die vor allem an der Zugstrecke von La Bestia liegen. Eines dieser extrem wichtigen Häuser ist das Migrantenhaus „El Samaritano“ in der Nähe von Tula.<br>Schon seit vielen Jahren unterstützen wir mit dem Verein animo e. V. „El Samaritano“ und ohne es besucht zu haben war das Projekt mir ein Herzensanliegen, da Flucht &amp; Migration seit Jahren für mich mein politischer Schwerpunkt sind.<br>Animo e. V. ist ein Verein von ehemaligen Mexiko-Freiwilligen, die sich für interkulturellen Austausch zwischen Mexiko und Deutschland einsetzen.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://pinchekai.com/wp-content/uploads/2023/06/IMG_20230405_130842-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1375"/></figure>
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<!-- divi:paragraph -->
<p>Als ich nun bei meinem Besuch in Mexiko endlich mal persönlich bei dem Haus vorbeifuhr, in dem schon einige Freiwillige und Freund*innen von mir in den letzten Jahren mitgeholfen haben, war ich noch deutlich beeindruckter als von den Berichten.<br>In der Nähe von Tula gibt es eine Stelle, wo der Zug regelmäßig hält oder langsamer fährt und es so die Möglichkeit, auf- und abzuspringen. Dort öffnet „El Samaritano“ Dienstag bis Sonntag die Pforten, um die Menschen zu versorgen. Ich konnte einen Tag den Ablauf mitmachen und auch ein bisschen mithelfen.<br>An dem Tag kamen ca. 15 Asylsuchende an, die meisten waren aus Honduras oder Venezuela. Als erstes bekommen die Menschen, die meistens sehr hungrig sind ein Frühstück angeboten. Nach dem Frühstück können sie sich duschen und kriegen Klamotten aus einer Kleidersammlung, falls sie neue Klamotten brauchen. Die meisten von ihnen hatten kleine Rucksäcke, in dem alles war, dass sie dabei hatten oder noch besaßen.. Selbstverständlich gibt es auch eine Apotheke, sodass die Menschen medizinisch versorgt werden können, falls nötig.<br>Wer möchte, kann sich danach ausruhen. Dabei gibt es einen Extra-Ruhebereich für Frauen und Kinder. Als alle gefrühstückt und sich gewaschen hatten, gab es Zeit, dass ich mich mit den Menschen unterhalten konnte und auch ein bisschen Musik mit und für sie machen konnte. Die Schicksale und Geschichten, die ich mitbekam, erinnerten mich häufig an Flüchtende, die ich bei Rettungsmissionen im Mittelmeer kennengelernt habe. Da waren sowohl junge Männer, die ihre Familien und teilweise sogar Ehefrau mit Kindern zurückließen, in der Hoffnung, sie aus den USA besser versorgen zu können, als auch gesamte Familien, die zusammen reisten.<br>Und leider ist auch die Art wie mit Asylsuchenden in den USA umgegangen wird ähnlich wie in Europa. In den letzten drei Jahren schoben die USA ca. 2,7 Millionen Menschen ab, davon 2,3 Millionen nach Mexiko.<br>Nach den Gesprächen aßen wir noch gemeinsam zu Mittag bevor sich die Menschen weiter auf den Weg machten. Es war schon ein bedrückendes Gefühl, ihnen hinterherzuschauen.<br>Für mich ist die Arbeit, die Schwester Luisa und so viele andere Freiwillige leisten, unglaublich wichtig und ich bin froh, dass ich mir einen besseren Eindruck verschaffen konnte.<br>Wenn ihr wie ich das Projekt unterstützen möchtet, dann würde ich mich sehr darüber freuen und ihr könnt dafür Geld auf das Konto von animo e. V. überweisen. Die Spenden gehen zu 100% an „El Samaritano“. Animo ist ein ehrenamtlicher Verein, der die extrem geringen Verwaltungskosten durch Mitgliederbeiträge trägt.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>animo e. V.<br>IBAN: DE98 4006 0265 0018 4487 00<br>BIC: GENODEM1DKM</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Alternativ könnt ihr mir auch Geld per PayPal an kai-echelmeyer@web.de schicken, dass ich dann zu 100% an animo überweise.</p>
<!-- /divi:paragraph -->

<!-- divi:paragraph -->
<p>Vielen Dank für eure Unterstützung!</p>
<!-- /divi:paragraph --></div>
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